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Altenheimer Silberkuchen

 
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moni-fr
Sauerteigfachmann
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Anmeldungsdatum: 15.02.2012
Beiträge: 367
Wohnort: Freiburg im Breisgau

BeitragVerfasst am: 10.09.2016, 20:19    Titel: Altenheimer Silberkuchen Antworten mit Zitat

Edit Lara: Beitrag verschoben, dieses Rezept hat einen eigenen Thread verdient Winken

Nein - ich habe heute leider kein Foto für Euch... Winken
Stattdessen ein Rezept zur Verwertung von größeren Mengen Eiweiss!!!

Ich habe heute bei dem traumhaften Spätsommerwetter einen Ausflug in die Ortenau machen dürfen - die Gegend zwischen Karlsruhe und Freiburg - und war dort zu einem Kaffeeklatsch eingeladen. Einer der natürlich hausgebackenen Kuchen ist mir sofort aufgefallen aufgrund seiner extrem hellen Farbe und er hat mir auch sehr gut geschmeckt, der

Altenheimer Silberkuchen

Die Zutaten für eine konische Springform von 26 cm Durchmesser unten/30 cm oben:

400 g Eiweiss (von ca. 12 - 14 Eiern Größe M)
1 Prise Salz
500 g Zucker entweder ganz fein oder gesiebter Puderzucker
105 g Mehl Type 405
150 g Kartoffelmehl
250 g Butter
3 - 4 EL Mandelblättchen

Die Zubereitung:

Die Butter bei schwacher Hitze schmelzen und danach wieder abkühlen lassen - sie darf nicht mehr warm sein, wenn sie in den Teig gerührt wird.
Eiweiss mit einer kräftigen Prise Salz auf höchster Stufe steif schlagen, wenn es halb steif ist, den Zucker langsam zugeben und noch 15 Min weiterschlagen. Diese Zeit unbedingt einhalten!
Mehl und Kartoffelstärke mischen und sieben.
Backofen auf 170 Grad vorheizen.
Boden der Backform mit Backpapier auslegen, Rand mit Butter fetten.
Nach und nach die Mehlmischung unter das steifgeschlagene Eiweiss ziehen, dabei die Küchenmaschine auf geringster Geschwindigkeit laufen lassen.
Danach die flüssige Butter, die nur noch Zimmertemperatur haben darf, langsam einrühren.
Mehl und Butter nur so lange einrühren, bis alles gut vermischt ist, aber nicht länger.
Teig in die Form geben, die Mandelblättchen darauf verteilen.
50 - 60 Minuten backen, dabei Rost auf der untersten Stufe einschieben.
Vor dem Servieren leicht mit Puderzucker überpudern.

Der Kuchen ist erstaunlich saftig und hält sich angeblich mehrere Tage frisch. So lange hat unserer nicht überlebt...

Den Kuchen hatte die 89jährige Urgroßi gebacken und sie hat mir das Rezept und die dazugehörige Geschichte erzählt. Ein Foto konnte ich nicht mehr machen, da nur noch ein halbes Stück übrig war...

Zum Rezept hat sie mir noch ein paar wichtige Anmerkungen gegeben:

Das Eiweiss muss insgesamt mindestens 20 Minuten geschlagen werden und die Zuckermenge darf auch nicht reduziert werden (bei der Menge habe ich offensichtlich ganz kariert geguckt...). Der Kuchen schmeckt trotz der riesigen Zuckermenge gar nicht besonders süß, der Zucker ist aber offensichtlich notwendig, um die Festigkeit des Eiweisses zu erzielen. Und die Großi hat mehrmals betont, dass die Butter nicht zu warm sein darf. Wenn man all das nicht beachtet, besteht die Gefahr, dass der Kuchen "speckig" wird.

In Neuried-Altenheim gehört der Silberkuchen, genau wie die Linzertorte auf dem Schwarzwald, zu jedem Fest, sei es Ostern, Pfingsten, Weihnachten, Geburtstag, Hochzeit, Taufe, Konfirmation. Und zum Ursprung wird erzählt, dass früher nur die durchweg reicheren Protestanten diesen Kuchen gebacken und auf die ärmeren Katholiken herabgeschaut haben: "Wir backen unsere Kuchen mit Eiweiss, die Eigelb werfen wir weg". Man vermutet, dass die protestantischen Hugenotten, die im 17. Jahrhundert aus Frankreich eingewandert sind, dieses Rezept aus ihrer Heimat mitgebracht haben, aber nichts genaues weiss man nicht.

Ich habe keine Chance, diesen Kuchen zu backen, da ich als Single kaum so viel Eiweiss sammeln kann. Von der Großi habe ich den Tipp bekommen, überschüssiges Eiweiss einzufrieren und so zu sammeln, bis die benötigte Menge erreicht ist. Es ist im Tiefkühler mehr als ein halbes Jahr haltbar.

Wer möchte sich am Altenheimer Silberkuchen versuchen und ein Foto einstellen?
_________________
LG aus der sonnigsten Stadt Deutschlands
Monika
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Anmeldungsdatum: 10.11.2013
Beiträge: 1974
Wohnort: 15518 Langewahl

BeitragVerfasst am: 11.09.2016, 09:19    Titel: Antworten mit Zitat

Eine schöne Geschichte Moni! Pöt huldigen Pöt huldigen

Viele Rezepturen sind durch den kulturellen Austausch entstanden. Leider aber auch mit viel Leid vebunden.

Es ist sehr sinnvoll die Rezepturen der Ticktackomis zu sammeln bevor sie vergessen werden. Das Sauerteigforum ist dafür Bestens geeignet!Sehr glücklich

LG Peter
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moni-fr
Sauerteigfachmann
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Anmeldungsdatum: 15.02.2012
Beiträge: 367
Wohnort: Freiburg im Breisgau

BeitragVerfasst am: 11.09.2016, 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

@Lara: ganz lieben Dank! Pöt huldigen
Ja - der Kuchen hat einen eigenen Thread verdient!
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LG aus der sonnigsten Stadt Deutschlands
Monika
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