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Roggensauerteig verdoppelt sich nicht

 
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Jürgen33
Sauerteigfachmann
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Anmeldungsdatum: 15.01.2018
Beiträge: 199
Wohnort: Im Sauerland zu Hause

BeitragVerfasst am: 18.06.2021, 12:02    Titel: Roggensauerteig verdoppelt sich nicht Antworten mit Zitat

Hallo.

Mein Detmolder hat seinen Höchststand von 70 % nach 12 Stunden erreicht und beginnt dann einzufallen. Er ist jedoch sehr fluffig und mit vielen Poren durchzogen, oder wie das heißt. Von der Reifezeit weiß ich mittlerweile, dass sie zwischen 10 und 16 Stunden liegen darf, so um den Dreh. Aber sind 70 % nicht ein bissken wenig? Dagegen verdoppeln sich alle meine ASG`s , mit welchem Verhältnis auch immer ich sie auffrische oder neu ansetze.

Die Gare meines Löffel-Vollkorn-Roggen-Mischteiges ist noch erbärmlicher. Hier beobachte ich eine Höhenzunahme in der Kastenform von noch nicht mal 50 %. Normal für Teige dieser Art oder darf es hier auch wieder ein wenig mehr sein?

Unsicher bin ich mir bzgl des Ofentriebes. Gefühlte 3 bis 5 mm erhebt sich der Teig in die Höhe. Mit Teigen ohne Quellstück sieht es besser aus. Da sind es schon mal 10 mm. Kommt sogar vor, dass es mit QS ein wenig einsackt.

Irgendwo habe ich gelesen, dass jemand es sogar gut fand, dass sein Mischbrot keinen OT erfährt, denn der sollte Weizenlastigen Teigen mit Hefe vorbehalten sein. .

Hat Jemand Lust, mit einfachen Erklärungen das eine oder andere ins rechte Licht zu rücken und mir ggf. mit Tipps weiterhilft, falls es anhand meiner Aufzählung überhaupt nötig ist.
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Gruß, Jürgen
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Marla21
Moderator
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
Beiträge: 15331
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 18.06.2021, 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Beim Roggen ST steht normalerweise die Versäuerung im Vordergrund, die Vermehrung der Milchsäurebakterien, die vermehren sich etwas langsamer als die ST-Hefen.
Heißt beim Roggen ST nicht nur an der Volumenzunahmen orientieren, sondern eher an der Reifezeit in Stunden. Reift der ST zu kurz, dann hat er wenig Aroma.
Die ST-Hefen u. Milchsäurebakterien treiben gemeinsam den Brotteig auf.
Üblich sind ca. 10-20 % ASG in Bezug zur Mehlmenge im ST.
Mit 10 % aufgefrischtem ASG beträgt die Reifezeit ca. 15 h bei ca. 26-28°, ist dann immer noch ein milder Roggen ST.
Wenn er ganz mild sein soll, Reifezeit ca. 12 h, sollt er kräftig säuerlich sein ca. 18 h.
Auch mal am ST riechen u. evtl. auch mal probieren, so kann man besser einschätzen, ob er auch gut Aroma entwickelt hat.


Auch der Brotteig mit Roggenmehl verdoppelt sich nicht ganz.
Roggenmehl enthält kaum Kleberweiß, kann die Gärgase nicht so gut halten, geht weniger stark auf.
Mit Vollkorn u. Schrot beträgt die Volumenzunahme nur ca. 1/3.
Die Form kann bis zu 2/3 befüllt werden, wenn der Teig bis zum Rand der Form aufgegangen ist, dann kann er in den Ofen.

Je höher er Weizenanteil, umso mehr geht der Brotteig auf u. der Ofentrieb ist dann auch entsprechend größer, sofern der Brotteig mit etwas Untergare in den Ofen kommt.
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Marla

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Jürgen33
Sauerteigfachmann
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Anmeldungsdatum: 15.01.2018
Beiträge: 199
Wohnort: Im Sauerland zu Hause

BeitragVerfasst am: 18.06.2021, 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Marla21 hat Folgendes geschrieben:

Mit 10 % aufgefrischtem ASG beträgt die Reifezeit ca. 15 h bei ca. 26-28°, ist dann immer noch ein milder Roggen ST. Wenn er ganz mild sein soll, Reifezeit ca. 12 h, sollt er kräftig säuerlich sein ca. 18 h.


Sorry, aber das habe ich komplett nicht verstanden. Ist es möglich, den Satz einfacher zu verfassen? Ich verstehe zwar, dass eine längere Reifezeit zu einem säuerlichen Geschmack führt, aber das mit dem 10 % aufgefrischten ASG........bezogen auf was denn? Auf die ST-Menge?

Bleibt noch die von dir zum großen Teil beantwortete Frage bzgl. der ST Höhenzunahme. Ich hätte gerne ein etwas säuerlicheres Brot. Aber wenn ich den ST Beispielsweise 16, statt 12 Stunden stehen lasse, dürfte er mindestens um 25 % eingefallen sein, ist das schlimm, oder anders gefragt, sind die "inneren Werte" wichtiger, als die Endhöhe, auch wenn sie nur noch 75 % beträgt ?

Das andere habe ich alles vom Prinzip her verstanden, bleibt noch der Punkt mit dem Ofentrieb. Heute z.B. hat sich das Brot wieder ein wenig verkleinert. Wie gesagt, ohne Saaten ist alles roger. Auch als ich irgendwann mal den Teig mit leichter Untergare in den Ofen schob, gab`s kaum OT. Da wurde das Brot sogar noch kleiner, als heute. Dann lieber mit Übergare reinschieben und nur etwas Volumenverlust hinnehmen. Trotzdem, ändern würde ich es schon gerne. Übrigens, aus Zeitgründen, rühre ich den frisch angesetzten ST spät abends nach einer Stunde nicht mehr um, war ja dein Tipp.

Um ein positiveres Ergebnis zu erhalten, bezogen auf den ST und den Brotteig, sind folgende Maßnahmen unabdingbar? :

ASG vorher noch mal auffrischen, auch wenn ich ihn 3 Tage zu vor komplett neu angesetzt habe?
Das ASG nicht sofort kalt aus dem KS verwenden, sondern erst auf Zimmertemperatur kommen lassen?
Den ST nach einer Stunde noch mal kräftig umrühren?
Fallende Reifetemperaturen, statt einer Gleichbleibenden?

Übrigens, von meinem vor Monaten erworbenen Backstahl bin ich sehr enttäuscht, dachte, mit dem wäre das Thema OT vom Tisch. War wohl nix. Traurig
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Gruß, Jürgen
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Marla21
Moderator
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
Beiträge: 15331
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 19.06.2021, 09:17    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Sorry, aber das habe ich komplett nicht verstanden. Ist es möglich, den Satz einfacher zu verfassen? Ich verstehe zwar, dass eine längere Reifezeit zu einem säuerlichen Geschmack führt, aber das mit dem 10 % aufgefrischten ASG........bezogen auf was denn? Auf die ST-Menge?

Prozentangaben beziehen sich immer auf die Mehlmenge, im Fall vom ST auf die Mehlmenge im ST.
Bei 200 g Mehl im ST wären 10 % ASG 20 g ASG
Wenn das ASG super aktiv ist, vorher mehrfach aufgefrischt wurde, dann reichen auch 5 % aus = 10 g ASG
Siehe auch Infos 1-stufige Führung mit guter Hefevermehrung:
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/viewtopic.php?t=6111

Zitat:
Bleibt noch die von dir zum großen Teil beantwortete Frage bzgl. der ST Höhenzunahme. Ich hätte gerne ein etwas säuerlicheres Brot. Aber wenn ich den ST Beispielsweise 16, statt 12 Stunden stehen lasse, dürfte er mindestens um 25 % eingefallen sein, ist das schlimm, oder anders gefragt, sind die "inneren Werte" wichtiger, als die Endhöhe, auch wenn sie nur noch 75 % beträgt ?

Geh beim Roggen ST mal komplett von der Volumenzunahme weg u. orientiere dich an der Reifezeit in Stunden. Roggen ST kann während der Reifezeit auch mehrmals aufsteigen u. wieder leicht einfallen.
Bei sehr langer Reifezeit verliert der ST langsam wieder an Triebkraft, nimmt die Vermehrung der ST langsam wieder ab, wenn die Nahrung verbracht ist.
Zitat:


ASG vorher noch mal auffrischen, auch wenn ich ihn 3 Tage zu vor komplett neu angesetzt habe?
Das Anstellgut ist der Anlasser für den ST, je aktiver es ist, umso aktiver sind auch die MOs im ASG u. vermehren sich im ST dann auch besser weiter.

Zitat:

Das ASG nicht sofort kalt aus dem KS verwenden, sondern erst auf Zimmertemperatur kommen lassen?
Ist von Vorteil, wenn man es 1 h akklimatisieren lässt.
Zitat:

Den ST nach einer Stunde noch mal kräftig umrühren?
Nicht kräftig durchrühren, sondern nur normal durchrühren.

Zitat:
Fallende Reifetemperaturen, statt einer Gleichbleibenden?
Funktioniert beides. Entweder fallend von ca. 30-33° auf ca. 22-24° od. durchgehend 26-28°
Mit fallender Temperatur funktioniert es auch gut ohne Gärbox.

Zitat:
Übrigens, von meinem vor Monaten erworbenen Backstahl bin ich sehr enttäuscht, dachte, mit dem wäre das Thema OT vom Tisch. War wohl nix. Traurig
Backstahl ist für gute Unterhitze zuständig, sofern er gut vorgeheizt wird. Für die richtige Gare ist der Bäcker zuständig Winken
Infos zur Bestimmung der Gare:
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/viewtopic.php?p=87031#87031

Wie lange heizt du den Stahl vor?
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Liebe Backgrüße
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Jürgen33
Sauerteigfachmann
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Anmeldungsdatum: 15.01.2018
Beiträge: 199
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BeitragVerfasst am: 20.06.2021, 09:01    Titel: Antworten mit Zitat

WOW, das nenne ich eine detaillierte Antwort, mit allem drum und dran. Danke. Cool Diese Themen sind nun vom Tisch, bis auf...........du kennst sicher die Bezeichnung Betriebsblind. Winken Ist hier im Forum irgendwo eine Anleitung versteckt, wie man Bilder einfügt? Ich hätte zu gerne eines vom letzten ST reingestellt, den ich erstmalig in einem Weck-Glas angesetzt habe, um per Gummiband zu sehen, ob er sich verdoppelt hat und mal von den Profis zu erfahren, wie er optisch auf sie wirkt. Falls es nur über diese Seiten wie pixabay läuft, lass ich es, hochladen ist nicht mein Ding.

Den Backstahl heize ich übrigens 45 Minuten auf. Und wenn du jetzt sagst, mindestens 60 Minuten, oder sogar mehr, also ehrlich, dann lasse ich es bei 45 und begnüge mich dem popeligen OT. Smilie Irgendwo muss man ja seine Kosten-Obergrenze setzen, sonnst läuft es aus dem Ruder. Ich wette, 90 % machen sich da keinen Kopp drüber, ich aber schon.

Ist jetzt nur eine Vorabvermutung. Falls die 45 Minuten wirklich zu wenig sind, der BS sich noch gar nicht richtig aufgeheizt hat, dann kommt ja die UH vom BO gar nicht voll an der Backform an, weil sie sich erst um den BS kümmern muss. Bedeutet, dann könnte ich den BS auch ganz weglassen. Ist nur die Überlegung eines Laien. Mit den Augen rollen

EDIT: Hatte ich ganz vergessen zu fragen. Bezieht sich die Vorheizzeit auf das 45 Minütige Hochfahren von Zimmertemperatur auf 250°, oder wird der Ofen zunächst auf 250° hochgefahren und erst dann wird der BS reingeschoben und aufgeheizt.
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Gruß, Jürgen


Zuletzt bearbeitet von Jürgen33 am 20.06.2021, 11:40, insgesamt einmal bearbeitet
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Towanda
Sauerteigfachmann
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Anmeldungsdatum: 03.06.2011
Beiträge: 240

BeitragVerfasst am: 20.06.2021, 11:07    Titel: Antworten mit Zitat

Jürgen33 hat Folgendes geschrieben:
Ist hier im Forum irgendwo eine Anleitung versteckt, wie man Bilder einfügt?


http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/viewtopic.php?t=5464 Sehr glücklich Cool

Grüße, Towanda
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Jürgen33
Sauerteigfachmann
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Anmeldungsdatum: 15.01.2018
Beiträge: 199
Wohnort: Im Sauerland zu Hause

BeitragVerfasst am: 20.06.2021, 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

Danke. Cool
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Marla21
Moderator
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
Beiträge: 15331
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 20.06.2021, 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
EDIT: Hatte ich ganz vergessen zu fragen. Bezieht sich die Vorheizzeit auf das 45 Minütige Hochfahren von Zimmertemperatur auf 250°, oder wird der Ofen zunächst auf 250° hochgefahren und erst dann wird der BS reingeschoben und aufgeheizt.

Die Vorheizzeit ist abhängig von der Dicke des Stahls u. wie gut dein Ofen heizt.
2 cm dicker Stahl benötigt ca. 30-45 Min. bis er auf 250° vorgeheizt ist.
Wenn dein Stahl dicker ist, dann dauert es entsprechend länger.
Falls du ein Infrarot-Thermometer hast, die Oberfläche vom Sahl messen, dann weißt du, ob er heiß genug ist.

Zitat:
Ich hätte zu gerne eines vom letzten ST reingestellt, den ich erstmalig in einem Weck-Glas angesetzt habe, um per Gummiband zu sehen, ob er sich verdoppelt hat und mal von den Profis zu erfahren, wie er optisch auf sie wirkt.
Wie oben schon geschrieben, ist die Volumenzunehme bei Roggen ST zweitrangig, besser an der Reifezeit in Stunden orientieren. Roggen ST muss sein Volumen nicht verdoppeln, er sollte aromatisch säuerlich bis kräftig säuerliche riechen u. innen mit vielen Bläschen durchzogen sein.
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Zuletzt bearbeitet von Marla21 am 20.06.2021, 22:11, insgesamt einmal bearbeitet
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Petrowitsch
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Anmeldungsdatum: 29.09.2009
Beiträge: 2687
Wohnort: Hochschwarzwald - Baden

BeitragVerfasst am: 20.06.2021, 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

Jürgen33 hat Folgendes geschrieben:
... Den Backstahl heize ich übrigens 45 Minuten auf. Und wenn du jetzt sagst, mindestens 60 Minuten, oder sogar mehr, also ehrlich, dann lasse ich es bei 45 und begnüge mich dem popeligen OT. Smilie Irgendwo muss man ja seine Kosten-Obergrenze setzen, sonnst läuft es aus dem Ruder. Ich wette, 90 % machen sich da keinen Kopp drüber, ich aber schon.

Hallo Jürgen, DA grätsche ich mal voll rein!
Es gibt hier im STF schon einige Beiträge, die sich sehr ausführlich mit dem B-Stahl beschäftigen! Diese Grundlagen und Detail-Informationen spare ich mir jetzt!

Ich habe eben die Unterlagen von meinem letzten Brot, von dem da hergenommen!
Dort dazu jetzt die "technischen Informationen" zu meiner Anwendung meines B-Stahls.

Mein B-Stahl ist "normaler" Baustahl, KEIN Edelstahl!
Er hat eine Höhe von 5 mm und die Abmessungen eines "normalen" Backblechs, dabei wiegt er sehr genau 5 kg.
Ich habe ihn eine Schiene unterhalb der Mitte im Ofen, damit das auf diesem B-Stahl platzierte Brot, freigeschoben oder im Kasten, in der Mitte des Ofens steht / liegt.

Ich heize grundsätzlich mit Heißluft!

Beim Vorheizen ist mein B-Stahl an seinem Platz und ich heize mit Heißluft + Unterhitze, auch "Pizza-Stufe" genannt auf 240°C auf.
Das dauert bei meinem "neuen Alten" ziemlich exakt 15 Minuten.
Dabei habe ich schon die Oberflächenhitze des B-Stahls per Infrarot-Thermometer gemessen, er hat nach 15 Minuten knapp unter 200°C, aber ich habe von schräg oben - vorne gemessen!
Die Heizleistung meines Ofens bei dieser Heizmethode, HL + UH, beträgt als permanente Leistung 3,277 kW!
Ich habe einen Leistungsmesser in der Zuleitung des Ofens! Winken

Nach diesen ca. 15 Minuten schieße ich mein Brot auf einer Backfolie oder die Kastenformen ein, gehe mit dem Thermostat auf 230°C und beginne in beiden Fällen mit dem Schwaden geben. Das dauert 5 Minuten.
Danach runter auf 220°C und, je nach Menge Teig, die UH aus und bleibe so für 10 Minuten, immer noch reichlich Schwaden.
Nach jetzt 15 Minuten schalte ich kurz aus, nehme die Backfolie raus, drehe dabei den Laib / die Laibe um 180 Grad und mache mit 200°C HL weiter für 15 Minuten.
Danach Thermostat auf 170°C und es beginnt die Ausbackphase für 20 Minuten, dabei alle 5 Minuten Schwaden ablassen.

Bei meinem letzten Brot, frei geschoben, Teiggewicht 1025 g, 1 Laib, war nach diesen 50 Minuten das Brot gut gebacken.
Der Energieverbrauch lag bei 1,750 kWh, die Kosten bei meinem Tarif bei 53,49 €-Cent! Cool

Meine Temperatur-Angaben sind "meine" mit "meinem" Ofen! Die können bei jemand anderem natürlich anders sein!

Wenn Dir jemand was von 60 Minuten Vorheizzeit erzählt, dann ist dabei fast immer ein Backstein gemeint!
Der braucht so lange, weil er einen sehr schlechten Wärmeleitwert hat! Die Kosten für das Aufheizen sind aber dabei erheblich höher als für einen B-Stahl!
Der Ofen hat ja auch immer einen permanenten Wärme-Verlust nach allen Seiten! Und je höher die Temperatur im Inneren, desto mehr!

Ich betone noch einmal: Ich heize grundsätzlich mit Heißluft, dazu mit dem zusätzlichen Heizkörper der Unterhitze, falls ich viel Leistung brauche! Das zeigt mir ja auch mein "Stromzähler" an!

Bei mehr "Ladung" brauche ich natürlich auch mehr Energie! Daher meine Gewichts-Angaben hier!

Apropos "Stromzähler":
Ich bin Elektriker von Beruf und habe meine Öfen auf Wechselstrom umgestellt, weil ich ja "nur" den Backofen brauche. Für Wechselstrom gibt es preiswerte "Stromzähler" für in die Steckdose zu stecken, wo ich dann nachgeschaltet meinen Ofen dran habe.
Es war mir wichtig zu wissen, in welcher preislichen Größenordnung die / meine ganze Brotbäckerei sich abspielt!
Mme P. und ich sind bei diesen Preisen sehr zufrieden! Sehr glücklich

Herzliche Grüße

Petrowitsch (#56)
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Jürgen33
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BeitragVerfasst am: 21.06.2021, 19:42    Titel: Antworten mit Zitat

Marla21 hat Folgendes geschrieben:
und innen mit vielen Bläschen durchzogen sein.

Doch, würde ich sagen. Was mein "kräftiges" mischen des ST`s nach einer Stunde betrifft und deiner anschließenden Korrektur, fiel mir erst heute wieder ein, dass du in deinem Thread Detmolder 1-Stufenführung mit guter Hefevermehrung geschrieben hast, gut durchrühren. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Winken

Was die Backstahl Stärke von 2 cm betrifft, die du angegeben hast, ich glaube das war ein Test, was meinste? Smilie So jemand wie du kennt doch den Unterschied zwischen einem Backstahl, der im Schnitt zwischen 5 und 6 mm dick ist und einem Backstein, dessen Dicke in der Tat so um die 2 cm liegt. Ich mag ja das eine oder andere zu schnell lesen, im Volksmund auch überlesen genannt, aber ich schätze, da hat der Junge mal aufgepasst. Cool
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Jürgen33
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BeitragVerfasst am: 21.06.2021, 20:11    Titel: Antworten mit Zitat

Petrowitsch hat Folgendes geschrieben:

Ich heize grundsätzlich mit Heißluft!


Hallo Petrowitsch.

Offtopic an: Anhand deiner Antwort sehe ich mal wieder, was meine dissoziativen Amnesien alles angerichtet haben. 90 % aller Erinnerungen sind ausradiert. Deswegen stehe ich hier auch schon mal öfter wegen ein und der selben Sache auf der Matte. Meine eigenen Beiträge in dem einen oder anderen Thread sind aus dem Zusammenhang gerissen, für die SuFu braucht man ganz korrekte Suchbegriffe, darum war mir dieser Thead mit genau dieser Betreffzeile so wichtig. Nächstes mal brauche ich ihn dann nur noch in meinem Profil wieder aufzurufen. Offtopic aus.

Was Heißluft betrifft, ich wusste gar nicht (mehr) was das bedeutet. Google musste mal wieder ran, Nein, so ein Teil haben wir nicht, lediglich einen fast 25 Jahre alten Haushaltsofen mit OU-Hitze und Umluft. Wenn ich deine Postings lese, so wie das letzte, muss ich aufpassen. Ich neige immer dazu, es dir (euch) auf irgendeine Weise gleich zu tun. Das wird nicht funktionieren. Man kann nicht alles lernen, auch wenn man es noch so sehr will. Ich werde mich mit dem zufrieden geben müssen, was ich kann, dieses einzige Brot. Ist noch nicht perfekt, aber mithilfe der vorangegangen Antworten werde ich wieder mal Feintuning betreiben, Auf dem richtigen Weg bin ich ja schon mal.
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Gruß, Jürgen
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BeitragVerfasst am: 21.06.2021, 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Jürgen33 hat Folgendes geschrieben:
Was Heißluft betrifft, ... viel Text!

Hallo Jürgen,

"meine Heißluft" und "Deine OU + Umluft" sind nur technische Details der Wärmeübertragung im Ofen von den eingebauten Heizkörpern auf Dein Brot!
Klar, das ist sehr wichtig, aber eben auch nur ein Detail von vielen! Cool

"OU" ist "nur" Wärme-Strahlung von oben und unten, also 2 Heizkörper außerhalb, hinterm Blech, sie "strahlen" etwa gleich stark. Daher sollte das Backgut in der Mitte zwischen beiden angeordnet sein!

Bei "Umluft" versucht man, durch einen Ventilator hinten im Ofen "ohne eigenen Heizkörper" die heiße Luft von der "OU" im Ofen zu verwirbeln, damit diese Wärme-Strahlung nicht nur direkt auf dem Backgut auftrifft, also oben und unten, sondern die heiße Luft auch seitlich Wärme übertragen kann.

"Heißluft" ist ein eigener, leistungsfähiger Ring-Heizkörper hinten im Ofen rund um den Ventilator, der damit direkt die erzeugte, heiße Luft in den Ofen bläst! Damit kommt die Wärme von allen Seiten an das Backgut!
Damit sind die ursprünglichen Nachteile der "nur direkten" Wärme-Strahlung der "OU" beseitigt!
Zusätzlich hat diese Heizung den Vorteil, innerhalb des Backraums zu sein und nicht durch Bleche, Decke oder Boden, abgeschirmt zu werden! (Leistungsverlust!) Neutral

"Heißluft" mit "O" ist zusätzlich zum Ringheizkörper / Ventilator Wärme-Strahlung vom oberen Heizkörper von oben, z.B. zum Überkrusten von "irgendwas" mit z.B. Käse drauf!
Zusätzliche Leistung im Ofen!

"Heißluft" mit "U" ist zusätzlich zum Ringheizkörper / Ventilator Wärme-Strahlung vom unteren Heizkörper von unten, z.B. um einen Pizzaboden schön knusprig zu backen.
Zusätzliche Leistung im Ofen!
Oder bei mir, den B-Stahl zusätzlich von unten mit Wärme-Strahlung von diesem zusätzlichen Heizkörper zu versorgen! Cool

Die ganze Heißluft-Geschichte hat den Vorteil, dass ich mein Backgut in ziemlich beliebiger Höhe in den Ofen schieben kann oder auch mehrere Bleche übereinander! Mit OU ist das nicht möglich! Geschockt

Ich habe das jetzt mal so hintereinander geschrieben für eventuelle schnelle Suchen! Winken

Herzliche Grüße

Petrowitsch (#56)
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Jürgen33
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BeitragVerfasst am: 23.06.2021, 13:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Petrowitsch.

Sehr informatives abschließendes Statement. Besser hätte es wiki auch nicht gemacht.
Smilie
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Petrowitsch
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BeitragVerfasst am: 23.06.2021, 13:51    Titel: Antworten mit Zitat

Jürgen33 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Petrowitsch.
Sehr informatives abschließendes Statement. Besser hätte es wiki auch nicht gemacht. Smilie

Hallo Jürgen, Danke! Sehr glücklich
Grundsätzlich stammen meine Informationen ja auch von dort!
Allerdings ist der Artikel bei
Zitat:
... Heizspirale und Lüfter sind innerhalb des Garraumes.
nicht so ganz aktuell! Cool
Bei meinen Ausführungen habe ich daher auch mehr "meine" Öfen als Grundlage hergenommen! Winken
Wichtig sind die technischen Zusammenhänge im Bezug auf das Backen von Brot!
Dort soll für uns ja was Gutes dabei herauskommen! Auf den Arm nehmen

Herzliche Grüße

Petrowitsch (#56)
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