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Hildegard-Brot - Werbung und Wirklichkeit
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Marla21
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
Beiträge: 14959
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 07.11.2013, 13:02    Titel: Hildegard-Brot - Werbung und Wirklichkeit Antworten mit Zitat

Das Hildegard-von-Bingen-Brot der Firma Ulmer Spatz/CSM sorgte k├╝rzlich f├╝r reichlich Aufsehen und Diskussionen z. B. hier und hier

Beworben wird das Brot mit wiederentdeckten Getreidesorten aus der Hildegard-Zeit. Emmer, Einkorn und der von der Ordensfrau besonders gesch├Ątzte Dinkel sollen die Grundlage f├╝r dieses Brot bilden und ihm einen urspr├╝nglichen Charakter verleihen. Ausgew├Ąhlte Zutaten wie K├╝rbiskernmehl, Buchweizen, Kr├Ąuter, Gew├╝rze und Honig sollen ihm einen einzigartigen, kr├Ąftigen Geschmack geben.
Bei Werbeaussagen wie: ÔÇ×Im Reinen mit sich selbstÔÇť und "Leib und Seele etwas Gutes zu tun" erwartet ich ein ganz besonders Brot, ein Brot mit hochwertigen und nat├╝rlichen Zutaten.
Ein Brot mit mehr als 50 % Urgetreide, Dinkel sollte ├╝berwiegen und f├╝r einen kr├Ąftigen Geschmack darf auch Roggen nicht fehlen. Es sollte kein Weizenmehl enthalten und auch keinen Weizenkleber, damit es auch Menschen mit Weizenunvertr├Ąglichkeit genie├čen k├Ânnen.
Ich w├╝rde mir auch etwa 50 % Vollkorn w├╝nschen, eine Mischung aus Schrot, Vollkornmehl und Flocken.
Ger├Âstete ├ľlsaaten, Honig und Hildegard-Gew├╝rzkr├Ąuter k├Ânnten den einzigartigen Geschmack abrunden.
Die Krume ist saftig und das Brot bleibt lange frisch.
Ich m├Âchte meinem Leib und meiner Seele mit diesem Brot etwas Gutes tun, im Reinen mit mir selbst sein. Smilie
Als ich mir diese Brot so vorgestellt habe, bekam ich richtig Appetit darauf, hatte den wunderbaren Brotduft vor mir und schmecke fast schon dieses herrliche Brotaroma. Smilie

Beim Blick auf die Zutatenliste und das Rezept der Firma Ulmer Spatz/CSM, musste ich ganz schnell feststellen, dass dieses beworbene Brot mit meiner Vorstellung nicht so sehr viel gemeinsam hat. Geschockt
Ein gro├čer Teil der wertvollen Zutaten aus der Hildegardzeit besteht aus hellem, ausgemahlenen Weizenmehl. Der gute Dinkel steht in der Zutatenliste hinter Weizenkleber Geschockt der Anteil dieses Hildegardgetreides kann demnach nicht besonders hoch sein. Geschockt
Wozu noch extra Weizenkleber, wenn eh schon so viel helles Weizenmehl im Teig ist??
Erbsenextrakt, Emulgator: Lecithine, Maltodextrin und Enzyme lassen mich nicht im Reinen mit mir sein, m├Âchte ich als extra Zutaten in meinem Brot nicht haben.
Meiner Meinung nach stimmen die gemachten Werbeaussagen mit dem eigentlichen Produkt nicht ├╝berein, ich f├╝hle mich als K├Ąufer verar..... B├Âse

Das Hildegard-Brot hat mich weiter besch├Ąftigt und ich hab mich gefragt, wie ich meine Vorstellung von diesem Brot umsetzen kann.
Das Brot sollte saftiges sein, ich wollte m├Âglichst viel vom Vollkorn vorverquellen. Da die Wassermenge begrenzt ist, sollte die zur Verf├╝gung stehend Menge m├Âglichst effektiv genutzt werden.
Mehrere Rezeptentw├╝rfe habe ich wieder verworfen, es hat etwas gedauert bis ich ein erstes Grundger├╝st hatte, das ich nachbacken wollte.
Der erste Backversuch ging optisch ziemlich daneben Geschockt Hatte jetzt auch nicht damit gerechnet, dass das erste Testbrot gleich super gelingen w├╝rde. Die Wassermenge hatte ich zu gro├čz├╝gig bemessen, der Teig war dazu noch leicht ├╝bergar, beim Einschneiden lief er in die Breite Weinen
Vom Geschmack war ich allerdings positiv ├╝berrascht, er ist sehr gut und ganz nah an meiner Vorstellung, wie dieses Brot schmecken sollte. Smilie
Auf dieses Grundger├╝st kann ich aufbauen, werde zur besseren Wasserbindung noch ein kleines Mehlkochst├╝ck einbauen, die Hildegard-Kr├Ąuter kann ich auch noch etwas h├Âher dosieren.
Sobald es meine Zeit zul├Ąsst, werde ich einen zweiten Backversuch wagen.

Was erwartet ihr von einem Hildegard-von-Bingen-Brot und den gemachten Werbeaussagen?


Falls jemand Lust zum Experimenten haben sollten, hier die Zutaten meines ÔÇ×PrototypsÔÇť:

69 % Urgetreide (Dinkel, Einkorn, Emmer, Kamut)
20 % Roggen
6 % Hafer
5 % Buchweizen

15 % ├ľlsaaten (K├╝rbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam)
2,5 % Salz
2 % Honig
2 % ├ľl
1 % Hefe
< 0,5 % Bertram, Galgant, Quendel

Fertiges Rezept:
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/viewtopic.php?p=110788#110788


(es ist flacher als es hier aussieht)

_________________
Liebe Backgr├╝├če
Marla

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Zuletzt bearbeitet von Marla21 am 25.11.2018, 18:50, insgesamt 2-mal bearbeitet
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millyvanilli
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Anmeldungsdatum: 17.09.2010
Beiträge: 1245

BeitragVerfasst am: 07.11.2013, 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marla,
das klingt sehr spannend! Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Brot einen interssanten aromatischen Geschmack hat!
Wo kriegt man eigentlich Bertram + Quendel her? Auch im Naturkostladen?

Wenn du das "fertig" entwickelt hast, werde ich es bestimmt gleich versuchen nachzubacken Sehr gl├╝cklich

Finde es wirklich super, was du immer "ausbr├╝test" - v.a. weil sich auch gelingsicher nachzubacken sind P├Ât huldigen P├Ât huldigen P├Ât huldigen
_________________
LG, millyvanilli
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Marla21
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
Beiträge: 14959
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 07.11.2013, 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wo kriegt man eigentlich Bertram + Quendel her? Auch im Naturkostladen?
Ja gibt es auch im Naturkostladen z. B. von der Firma Sonnentor.
F├╝r weitere Infos einfach anklicken: Bertram, Galgant und Quendel
_________________
Liebe Backgr├╝├če
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millyvanilli
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Anmeldungsdatum: 17.09.2010
Beiträge: 1245

BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 09:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kam gerade eben erst dazu, Marlas Links im ersten Beitrag zu lesen...

Es ist f├╝r B├Ącker - selbst wenn sie "back to the roots" m├Âchten, auch aus finanziellen Gr├╝nden (neben einem gescheiten Verkaufskonzept) recht schwierig, das Rad rumzurei├čen.

Eine Geschichte aus der Wendezeit macht das deutlich:
Nachdem die Mauer gefallen war, machten sich ja viele (Besser-)Wessis auf nach Osten, um ihre Produkte an den Mann / die Frau zu bringen, so auch Vertreter von B├Ąckereimaschinen.
Im Osten hatte man vermutlich nicht die modernsten Maschinenparks, daf├╝r konnte man Brot (in Ermangelung von Backmischungen?) wohl noch konventinell backen.
Als einer dieser Vertreter zu einem B├Ąckermeister kam, musste er keine gro├če ├ťberzeugungsarbeit leisten, der B├Ącker kratzte sein Geld zusammen und investierte in einen einen neuen Maschinenpark, verprach er sich doch so mehr Umsatz und Gewinn.

Als der B├Ącker dann mit seinem neuen Maschinenpark arbeiten wollte, funktionierte nichts mehr... Er kontaktierte den Vertreter, der ihm antwortete: "Das sei ja logisch, dass seine (konventionellen) Teige in den neuen Maschinen nicht funktionierten, dazu brauche man entsprechend "getunte" Teige, wie sie in den vielf├Ąltigen Backmischungen angeboten werden".

Das war das Ende seiner konventionellen Backerei, denn das Geld f├╝r eine "Rolle r├╝ckw├Ąrts" hatte er nicht mehr...

Und vor diesem Dilemma stehen nat├╝rlich auch B├Ącker, die sich heute ├╝berlegen, den Schritt zur├╝ck zu gehen zum konventionellen Backen.

Das fiel mir grad zu Hildegards Brot ein; es ist ja nicht davon auszugehen, dass ein Unternehmen wie "Ulmer Spatz" eine Fertigmischung herstellt, die so urt├╝mlich ist, dass sie nicht von einem Maschinenpark bearbeitet werden kann...
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Marla21
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
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BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das fiel mir grad zu Hildegards Brot ein; es ist ja nicht davon auszugehen, dass ein Unternehmen wie "Ulmer Spatz" eine Fertigmischung herstellt, die so urt├╝mlich ist, dass sie nicht von einem Maschinenpark bearbeitet werden kann...

Nee davon ist nicht auszugehen, steht auch im Rezept: "Das einfach und rationell zu verarbeiten"
Was mich st├Ârt sind die Werbeaussagen, die nicht zum Brot passen.
Zitat:
Wiederentdecke Getreide aus der Hildegard-Zeit wie Emmer, Einkorn und der von der Ordensfrau besonders gesch├Ątzte Dinkel bilden die Grundlage der Hildegard-von-Bingen-Geb├Ącke

Auf 100 % Backmischung kommen 60 % helles Weizenmehl 550 und 40 % Roggenmehl 1150, den Dinkel in der Backmischung muss man suchen.
_________________
Liebe Backgr├╝├če
Marla

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Mikado
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Anmeldungsdatum: 08.04.2013
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BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Marla21 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Was mich st├Ârt sind die Werbeaussagen, die nicht zum Brot passen.

Was Ulmer Spatz da verzapft hat, ist v├Âlliger Quatsch. Geschockt

Die B├Ącker, die dieses Zeugs einsetzen, m├╝ssten das eigentlich wissen. Setzen sie es ein, ist es letzten Endes nichts anderes als Verdummung nichtsahnender Verbraucher, die dieses "Brot" kaufen.
Ein Umdenken der B├Ąckereibetriebe k├Ânnte vielleicht dann eintreten, wenn sie sich mit immer wiederkehrenden Nachfragen seitens der Kunden konfrontiert s├Ąhen "Verwenden sie angelieferte Backmischungen oder stellen Sie ihre Teige selbst zusammen??". Das m├╝sste man mal durchziehen, w├Ąre bestimmt interessant die Reaktionen festzustellen.

Beste Gr├╝├če
Mika
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Mikado
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Anmeldungsdatum: 08.04.2013
Beiträge: 2831
Wohnort: Zwischen den Wassern

BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Noch ein Nachtrag dazu:

Aufgeklappte Messer und ein Skandal auf der B├Ąckermesse

Beste Gr├╝├če
Mika


(Edit: Sorry, habe eben erst gemerkt, dass Marla den Link schon in ihrem ersten Posting stehen hat)
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Zibiba
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Anmeldungsdatum: 14.12.2011
Beiträge: 1799
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BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ihr versorgt einen ja reichlich mit Lesestoff f├╝r verregnete Nachmittage Winken Ich muss mir das mal alles in Ruhe zu Gem├╝te f├╝hren.

Mit den Werbeaussagen f├╝r das Hildegard-Brot ist es meiner Meinung nach ├Ąhnlich wie mit der Agrarprofit/Lebensmittelpreise-Sache. Mit viel freundlich r├╝berkommendem Wortgeklingel und ein paar tollen Schlagworten kann man den Leuten viel andrehen. Einen zweiten, genaueren Blick werfen die wenigsten auf das Angebot. Geht einem ja manchmal selbst so Verlegen Hildegard von Biengen ist mittlerweile wohl vielen ein Begriff, den sie mit Gesundheit in Verbindung bringen. ÔÇ×Im Reinen mit sich selbstÔÇť, wer will das nicht sein? Und dann noch so einfach, indem man eine Scheibe Brot isst? Klar, das kauf┬┤ich doch! Winken

Meinereiner wartet lieber, bis Du, Marla, Dein Rezept soweit ausgefeilt hast, dass Du es uns weitergeben magst. Ich denke, das backe ich dann auch nach, neugierig bin ich jetzt schon drauf. Bei Dir wei├č man, dass das, "was draufsteht, auch drin ist". Und genau das erwarte ich auch von Werbeaussagen, bin mir aber bewusst, dass man leider oft zu viel erwartet. Drum tappt man ja auch hin und wieder b├Âse rein, weil man nicht immer an alles denken kann. Ein weites Feld....... Geschockt
_________________
Viele Gr├╝├če
Zibiba
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Je besser das Brot, desto schlechter die "Haltbarkeit"! Winken
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Mikado
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Anmeldungsdatum: 08.04.2013
Beiträge: 2831
Wohnort: Zwischen den Wassern

BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 12:47    Titel: Antworten mit Zitat

Zibiba hat Folgendes geschrieben:
Mit den Werbeaussagen f├╝r das Hildegard-Brot ist es meiner Meinung nach ├Ąhnlich wie mit der Agrarprofit/Lebensmittelpreise-Sache. Mit viel freundlich r├╝berkommendem Wortgeklingel und ein paar tollen Schlagworten kann man den Leuten viel andrehen.


Marktschreier...?


Beste Gr├╝├če
Mika


Zuletzt bearbeitet von Mikado am 08.11.2013, 12:50, insgesamt einmal bearbeitet
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Marla21
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
Beiträge: 14959
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BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 12:49    Titel: Antworten mit Zitat

Mikado hat Folgendes geschrieben:
Marla21 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Was mich st├Ârt sind die Werbeaussagen, die nicht zum Brot passen.

Was Ulmer Spatz da verzapft hat, ist v├Âlliger Quatsch. Geschockt

Die B├Ącker, die dieses Zeugs einsetzen, m├╝ssten das eigentlich wissen. Setzen sie es ein, ist es letzten Endes nichts anderes als Verdummung nichtsahnender Verbraucher, die dieses "Brot" kaufen.
Ein Umdenken der B├Ąckereibetriebe k├Ânnte vielleicht dann eintreten, wenn sie sich mit immer wiederkehrenden Nachfragen seitens der Kunden konfrontiert s├Ąhen "Verwenden sie angelieferte Backmischungen oder stellen Sie ihre Teige selbst zusammen??". Das m├╝sste man mal durchziehen, w├Ąre bestimmt interessant die Reaktionen festzustellen.

Beste Gr├╝├če
Mika



Vormischungen k├Ânnte ich akzeptieren, wenn sie nur nat├╝rlich Zutaten enthalten w├╝rden, der Teig ansonten mit hauseigenem ST und Zeit zum Verquellen und Reifen hergestellt wird.
Bei kleinen B├Ąckereien ist die Lagerkapazit├Ąt begrenzt, sie k├Ânnten damit hier Angebot attraktiver gestalten, ohne dass das Vorratslager aus den N├Ąhten platzt.

Bei der Hildgardbackmischung ist sogar schon Trocken ST enthalten, der B├Ącker muss nicht mal selbst einen ST ansetzten. Es wird kein Br├╝h- oder Quellst├╝ck eingesetzt zur besseren Verquellung und Bek├Âmmlickeit. Das Wasser wird mit Erbsenfasern und modifizierter St├Ąrke gebunden, ist ja auch einfacher. B├Âse
Der B├Ącker muss nur noch Backmischung mit restlichem Mehl, Hefe und Wasser verkneten - fertig. Er stellt den Teig zwar selbst her, daf├╝r braucht es aber keinerlei Fachkenntnisse und -wissen.
Wer so arbeitet hat die Berufsbezeichnung "B├Ącker" nicht verdient.
_________________
Liebe Backgr├╝├če
Marla

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Zuletzt bearbeitet von Marla21 am 08.11.2013, 12:55, insgesamt einmal bearbeitet
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Mikado
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Anmeldungsdatum: 08.04.2013
Beiträge: 2831
Wohnort: Zwischen den Wassern

BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Marla21 hat Folgendes geschrieben:
Wer so arbeitet hat die Berufsbezeichnung "B├Ącker" nicht verdient.

Genau!
Aber den Alleinanspruch auf den Verkauf von Brot erhalten 'se aufrecht, tzz tzz.

Beste Gr├╝├če
Mika
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P├Ât
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Anmeldungsdatum: 03.09.2004
Beiträge: 3307

BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn die Hildegard w├╝sste, was alles in Ihrem Namen produziet und verkauft wird - die gute Dame w├╝rde im Grab rotieren wie eine Turbine...
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babsie
Sauerteigfachmann
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 140

BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

nur so als Abrundung: der ST-Spezialist B├Âcker (www.sauerteig.de) bietet neu einen sofort gebrauchsfertigen "milden Weizensauer" an. Also kein ASG, keine Reifezeit, nur einfach in die Mehlmischung, kneten und gehen lassen. Sehr bequem und keine Fachkenntnisse mehr notwendig.
Scheint die Zeit zu sein, schnell ohne viel Arbeit mit Fertigprodukten was zusammenbacken, die ganzen Aromen der Teigreifung sind verschwunden und die Kinder kennen sie auch nicht mehr. Vielleicht sind wir bald soweit - "Mutti, der Teig schmeckt aber komisch", nur weil Poolish verwendet wurde ...
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moni-fr
Sauerteigfachmann
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Anmeldungsdatum: 15.02.2012
Beiträge: 372
Wohnort: Freiburg im Breisgau

BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 21:09    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Marla,

danke, dass Du dieses Thema ansprichst! Ich habe ├╝ber Lutz' Posting auch von diesem Brot und der Aktion erfahren und war und bin nach wie vor schockiert, vor allem ├╝ber das Werbe-Video von Ulmer Spatz.

Hier wird der Name von Hildegard von Bingen und ihre Arbeit, die in ihren B├╝chern dokumentiert und ├╝berliefert ist, schamlos ausgenutzt, um kommerziellen Interessen zu dienen, die Hildegards Erfahrungen - von Forschungsergebnissen im wahrsten Sinne des Wortes konnte man zu ihrer Zeit wohl noch nicht reden - diametral entgegenstehen. Der Name Hildegard von Bingen ist nicht gesch├╝tzt und kann es auch nicht mehr werden, so da├č jeder unter ihrem Namen Produkte entwickeln und verkaufen kann, egal, ob diese ihren Erkenntnissen und Empfehlungen entsprechen oder nicht. Ganz ├╝bel finde ich das Video, das den Betrachter auf rein emotionaler Basis anspricht und jegliche Fakten v├Âllig au├čer Acht l├Ą├čt, man k├Ânnte auch sagen: wohlweislich verschweigt. Hier wird einem mit sch├Ânen Naturbildern und entsprechender Hintergrundmusik etwas vort├Ąuscht: ein Brot, das auch Hildegard gebacken und gegessen haben k├Ânnte, das im Einklang mit der Natur gewachsene Rohstoffe verwendet und den Menschen gut tut. Was f├╝r eine L├╝ge, wenn man sich die Zutatenliste anschaut! Leider nicht als Betrug anzusehen, weil ein Hildegard-von-Bingen-Brot nicht definiert ist. Und das nutzt der Hersteller schamlos aus. Und der nicht (so gut) informierte K├Ąufer f├Ąllt darauf rein und glaubt auch noch, sich etwas Gutes zu tun. So werden gutgl├Ąubige Kunden get├Ąuscht und verarscht, ich schreibe das Verb aus.

Ich habe mich dar├╝ber ma├člos aufgeregt und f├╝hle mich als Verbraucher wieder mal ohnm├Ąchtig einem vielfach skrupellos agierenden Industriezweig ausgeliefert, der uns nicht nur mit Gammelfleisch und Lebensmitteln voller Chemie (wie etwa Fruchtjoghurt) versorgt, die laxe Gesetzgebung bez├╝glich Deklarationen gnadenlos ausnutzt und dann auch noch in der Werbung mit solchen Videos agiert, die einem den Himmel auf Erden vorgaukeln und ein Produkt mit Versprechungen bewirbt, die bei n├Ąherem Zusehen nicht eingehalten werden: in diesem Fall ist es ein "normales" Brot voller Hilfsmittel und mit einer Rezeptur, die sich ├╝berhaupt nicht auf Hildegard beziehen kann und sich qualitativ nicht von den anderen abhebt.

Zitat:
Wenn die Hildegard w├╝sste, was alles in Ihrem Namen produziet und verkauft wird - die gute Dame w├╝rde im Grab rotieren wie eine Turbine...
P├Ât: sehr gut in einem Satz zusammengefasst!

Marla, Du fragst Dich und Deine Mitb├Ącker hier im Sauerteigforum, wie ein Hildegard-von-Bingen Brot denn aussehen, nein gebacken werden sollte. Dazu m├╝ssen wir erst mal kl├Ąren, was wir unter so einem Brot verstehen: ein Brot, wie Hildegard es zu ihrer Zeit gebacken haben k├Ânnte oder ein Brot, das im Einklang mit ihrer Ern├Ąhrungslehre steht.
Ersteres w├╝rde zum weit ├╝berweigenden Teil, wenn nicht sogar ganz aus Dinkel bestehen, und zwar aus dem vollen Korn, und an Saaten h├Âchstens Sonnenblumenkerne enthalten, Sesam war damals bei uns noch nicht bekannt. Bei K├╝rbiskernen habe ich auch Zweifel... Ohne Hefe und ganz sicher mit Kr├Ąutern, die f├╝r Hildegard ├╝beraus wichtig waren.

Die zweite Variante k├Ânnte dann so aussehen wie Dein Prototyp.

Versuchen wir also, ein Hildegard-von-Bingen-Brot zu kreieren!
Und zwar eines, das diesen Namen zu Recht tr├Ągt.

Danke f├╝r Deine Initiative, Marla!

Liebe Gr├╝├če und ein sch├Ânes WE
Monika
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kupferst├Ądterin
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Anmeldungsdatum: 01.01.2012
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BeitragVerfasst am: 08.11.2013, 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

Mikado hat Folgendes geschrieben:
Die B├Ącker, die dieses Zeugs einsetzen, m├╝ssten das eigentlich wissen. Setzen sie es ein, ist es letzten Endes nichts anderes als Verdummung nichtsahnender Verbraucher, die dieses "Brot" kaufen.
Ein Umdenken der B├Ąckereibetriebe k├Ânnte vielleicht dann eintreten, wenn sie sich mit immer wiederkehrenden Nachfragen seitens der Kunden konfrontiert s├Ąhen "Verwenden sie angelieferte Backmischungen oder stellen Sie ihre Teige selbst zusammen??". Das m├╝sste man mal durchziehen, w├Ąre bestimmt interessant die Reaktionen festzustellen.

Das Problem ist aber auch folgendes:
Irgendein Tag in der Woche 9.00 Uhr morgens, es taucht der Backmittelvertreter in der Backstube der B├Ąckerei/Konditorei auf.
Der Chef hat schon eine Schicht von 4-6 Stunden hinter sich und wird von ebendiesem Vertreter zugequascht, "es gibt ein neues Produkt, der gesundheitliche Aspekt kommt nicht zu kurz, Urgetreide, Gew├╝rze etc.. Sie wollen doch nicht ausgerechnet ihren Kunden dieses gute Produkt vorenthalten."
Ach Ihr wisst doch alle wie gut Vertreter schleimen k├Ânnen, wenn sie etwas verkaufen wollen.
Die Widerstandskraft des Chefs ist gebrochen, auch er will auf diesen Zug aufspringen. Und Mehraufwand ist es auch nicht, was in der heutigen Zeit, wo Zeit Geld ist, an vorderster Stelle steht Mit den Augen rollen

Die Nachfragen bleiben doch oft an uns Verk├Ąuferinnen h├Ąngen Verlegen der Kunde versucht sich zu erkundigen. Die Verk├Ąuferin gibt so gut es geht Auskunft und leitet die Bef├╝rchtungen , Anregungen und W├╝nsche weiter, aber hat keinen Einflu├č auf die Entscheidungen des Chefs Weinen
Ich bin Verk├Ąuferin in einem reinen Cafe und heute Nachmittag klagte uns ein Kunde sein Leid mit seiner Stammb├Ąckerei (Gro├čb├Ąckerei mit vielen Filialen) Dort hat man in den Sommerferien angefangen immer mehr Brote aus dem Programm zu nehmen, die Info kam sehr sp├Ąrlich erst nach mehrmaliger Nachfrage nach einem bestimmten Brot. Und er wird nicht der einzige Kunde sein, der das Steinofenbrot regelm├Ą├čig dort gekauft hat Geschockt und es weiter w├╝nscht zu Kaufen!

Warum glauben wir eigentlich, dass in B├Ąckereien die Verdummung der Werbung vor uns halt macht?

Als ich den Bericht im Pl├Âtzblog gelesen habe, ohne die Zusammensetzung der Backmischung zu kennen,
war ich genauso entsetzt wie Ihr, was da als gesund propagiert wird Sehr b├Âse

Doch seitdem wir alle uns mit dem Thema Sauerteigbacken besch├Ąftigen hat sich unsere Blickweise auf B├Ąckereien ge├Ąndert.
Wir hinterfragen was im Brot drin ist und was eigentlich garnicht reingeh├Ârt B├Âse weil wir wissen, dass es auch ohne Hilfsmittel geht.

LG Uta
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Marla21
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
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BeitragVerfasst am: 09.11.2013, 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

@ Monika
Zitat:
Marla, Du fragst Dich und Deine Mitb├Ącker hier im Sauerteigforum, wie ein Hildegard-von-Bingen Brot denn aussehen, nein gebacken werden sollte. Dazu m├╝ssen wir erst mal kl├Ąren, was wir unter so einem Brot verstehen: ein Brot, wie Hildegard es zu ihrer Zeit gebacken haben k├Ânnte oder ein Brot, das im Einklang mit ihrer Ern├Ąhrungslehre steht.
Ersteres w├╝rde zum weit ├╝berweigenden Teil, wenn nicht sogar ganz aus Dinkel bestehen, und zwar aus dem vollen Korn, und an Saaten h├Âchstens Sonnenblumenkerne enthalten, Sesam war damals bei uns noch nicht bekannt. Bei K├╝rbiskernen habe ich auch Zweifel... Ohne Hefe und ganz sicher mit Kr├Ąutern, die f├╝r Hildegard ├╝beraus wichtig waren.

Ein Brot wie Hildegard es einst gebacken hat, wird vermutlich nicht so ganz unserem heutigen Geschmack entsprechen Winken Ich meinte schon ein Brot wie wir es heute backen w├╝rden, welches sich hinter den gemachten Werbeaussagen nicht verstecken muss. Winken


@ Uta

Nostalgiebackstuben wie wir sie uns gerne vorstellen, die gibt es nicht mehr, B├Ąckereien sind Unternehmen die effektiv, gewinnorientiert und rationell arbeiten m├╝ssen, wenn sie bestehen wollen.
Der B├Ącker sollte nicht blind auf die Werbeaussagen der Backmittelindustrie vertrauen und das Angebot hinterfragen, sonst wird er ebenso get├Ąuscht wie der Kunde auch, dem er das Brot verkauft. Geschockt
Dass es ohne unn├Âtige Hilfsmittel geht, beweisen die viele tolle Brot aus den Wochenfreds und der Rezeptdatenbank Smilie

M├Âchte an dieser Stelle noch auf die Marktgemeinschaft "KraichgauKorn" aufmerksam machen, die beweist, dass es auch anders geht. Ein Gruppe von Bauern und B├Ąckern die
Getreidesorten naturbelassen und ungespritzt anbaut und auf nat├╝rliche Weise, nach alter Tradition verarbeitet. http://www.kraichgaukorn.de/startseite/
Lt meiner Info wird hier auch Urgetreide wie Einkorn und Emmer angebaut und verarbeitet. Eine Liste der B├Ącker und Verkaufsstellen wo man Mehl ,Getreide und Backwaren kaufen kann, siehe hier:
http://www.kraichgaukorn.de/baecker/kraichgaukorn-baecker/
http://www.kraichgaukorn.de/baecker/verkaufsstellen-mehl-getreideprodukte/
_________________
Liebe Backgr├╝├če
Marla

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kupferst├Ądterin
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Anmeldungsdatum: 01.01.2012
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BeitragVerfasst am: 09.11.2013, 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marla,

nat├╝rlich, wei├č ich, wie es heutzutage in den Backstuben abgeht.
Aber die meisten Verbraucher stellen sich doch noch immer die Nostalgiebackstube vor Mit den Augen rollen Selbst bei den ganzen riesigen B├Ąckereiketten ist noch nicht bei allen Verbrauchern angekommen, das es sich nicht mehr um Handwerk handelt B├Âse

Klar sollte auch der B├Ącker die Werbeaussagen hinterfragen, aber auch sie sind nur Menschen, die schonmal leichtgl├Ąubig solchen Aussagen vertrauen.
Was ich ausdr├╝cken wollte ist, dass die Backmittelvertreter immer dann auftauchen und nerven, wenn der B├Ącker nicht unbedingt zum Widerspruch aufgelegt ist.

Du hast ja recht, dass es auch ohne unn├Âtige Hilfsmittel geht, doch da ist wieder die Frage nach Effektivit├Ąt, Rationalit├Ąt und Gewinnorientierung.
Die meisten B├Ącker m├Âgen nicht mehr auf die Hilfsmittel verzichten, weil diese ihnen ja auch gleichbleibende Qualit├Ąt versprechen.

LG Uta
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millyvanilli
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BeitragVerfasst am: 09.11.2013, 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

@ Marla: Spannend, das mit dem Kraichgaukorn - is ja ganz meine Gegend... Und ├╝berraschend, wo da wer mitmacht!
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Marla21
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BeitragVerfasst am: 09.11.2013, 12:49    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die meisten B├Ącker m├Âgen nicht mehr auf die Hilfsmittel verzichten, weil diese ihnen ja auch gleichbleibende Qualit├Ąt versprechen.

Die m├Âchte der Kunde vermutlich auch haben Winken
So lange die Hilfsmittel nat├╝rlicher Herkunft sind und in geringen Mengen eingesetzt werden, komm ich damit auch klar, verwende auch Backmalz, Malz- u. R├╝bensirup und Malzflocken. Muss aber jeder f├╝r sich selbst entscheiden, was er in seinem Brot/Essen an Zusatzstoffen drin haben m├Âchte und was nicht.

Wichtig war mir bei diesem Beitrag, dass wir Verbraucher ├Âfters mal hinterfragen was wir kaufen/essen und nicht jeder Werbeaussagen blind vertrauen.
Beim n├Ąchsten Einkauf beim B├Ącker einfach mal nachfragen, was im Brot drin ist, ob er mit hauseigenem ST arbeitet.
Beim n├Ąchsten Restaurantbesuch auch mal nachfragen, ob der Koch noch wirklich richtig kocht, ob alles selbst hergestellt wird oder ob Fertigmischungen/-produkte verwendet werden.
Wenn immer mehr Kunden Fragen stellen und bestimmte Produkte meiden, kommt es vielleicht/hoffentlich auch beim Hersteller/Erzeuger an.

@ millyvanilli
Leider ist das nicht meine Gegend, hab meine Infos von einem Bekannten, der diese Gruppe unterst├╝tzt.
Falls du B├Ącker oder Verkaufsstellen mal aufsuchen solltest, bitte berichten.
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Sarah
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BeitragVerfasst am: 09.11.2013, 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Kinners, ich war die Tage bei B├Ącker S├╝pke im Laden. Leider war der Meister nicht da, um die Mittagszeit hatte er ja verst├Ąndlicherweise einen vollen Arbeitstag schon hinter sich. Die Kuchentheke so appetitlich... ich h├Ątte am liebsten links angefangen und rechts au├čen aufgeh├Ârt. Na gut, kurz vor den Krapfen, ├Ą├Ą├Ąhhh... Pfannkuchen w├Ąre Ende gewesen, die haben wir uns einpacken lassen. Aber ich blieb bescheiden (man soll's ja nicht ├╝bertreiben) und g├Ânnte mir "nur" eine ganz vorz├╝gliche Pfirsich-Joghurt-Schnecke zum Kaffee, die super lecker aussah und noch viel besser geschmeckt hat. F├╝r meinen liebsten Brotgenie├čer ist die Sache eh klar, er isst Apfeltasche. ("Eine der besten, die ich je gegessen habe.") Dann durften wir Stollen probieren, wurden fachlich kompetent beraten und haben auch einen Vorrat f├╝r die anstehenden Feiertage mitgenommen.

Was soll ich sagen? Der Laden: einladend, hell, sauber, freundlich. Die Kuchenvitrine: gut best├╝ckt, ein Genuss f├╝r Auge und Gaumen. Das Brotsortiment: angenehm ├╝berschaubar und von erkennbar guter Qualit├Ąt, dominiert von dem Einen, genannt "frisches Brot". (Was will man mehr?)
Die Bedienung: freundlich, kompetent, flink, umsichtig, mit Freude bei der Sache.

Am Sp├Ątnachmittag konnten wir gleich bei den Daheimgebliebenen angeben mit den mitgebrachten Pfannkuchen, die von den Anwesenden als Krapfen eingeordnet wurden, zwar ein bisschen anders, die F├╝llung auch nicht Hagebutte, wie hier ├╝blich, sondern eine andere Marmelade, aber sooo lecker, nach Stunden noch frisch, saftig, aromatisch, nicht zu s├╝├č, nicht zu fettig, genau richtig eben. Gut war's, besten Dank, Meister S├╝pke. Bei Gelegenheit kommen wir wieder, die Th├╝ringer Blechkuchen wollen probiert werden.

Ehrliches Handwerk mit wahrhaft schmackhaften Ergebnissen geht eben doch, und nach der Anzahl Filialen zu urteilen lohnt es sich wohl auch. Aber man muss halt mehr daf├╝r tun als T├╝ten aufrei├čen. Ob ein ehrliches Hildegard-Brot nun noch geht, nachdem der Ulmer Spatz den Namen gekapert hat?
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Gruss Sarah

Naturwissenschaft ist der Versuch, beim Erkl├Ąren der Welt ohne Wunder auszukommen.
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Marla21
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BeitragVerfasst am: 09.11.2013, 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Sch├Âner Bericht Sarah Sehr gl├╝cklich und ein gutes Beispiel, dass es auch anders geht P├Ât huldigen

Zitat:
Ob ein ehrliches Hildegard-Brot nun noch geht, nachdem der Ulmer Spatz den Namen gekapert hat?
Ich glaube schon Winken au├čerdem hei├čt es bei uns nur schlicht Hildegard-Brot.
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moni-fr
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BeitragVerfasst am: 11.11.2013, 10:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marla,

Zitat:
Ein Brot wie Hildegard es einst gebacken hat, wird vermutlich nicht so ganz unserem heutigen Geschmack entsprechen Winken Ich meinte schon ein Brot wie wir es heute backen w├╝rden, welches sich hinter den gemachten Werbeaussagen nicht verstecken muss. Winken


Auch ich h├Ątte sicher Probleme, auf Dauer ein Brot zu essen, wie es Hildegard von Bingen gebacken h├Ątte! Aber mal probieren w├╝rde ich es schon gerne, da bin ich neugierig...

Ich habe mich wohl falsch bzw. nicht genau genug ausgedr├╝ckt:

Ein "originales" Hildegard-von-Bingen Brot ist ein Vollkornbrot, Auszugsmehle gab es noch nicht. Und ein reines Sauerteigbrot. Als Getreide Dinkel, Hildegard hatte mit Sicherheit nicht die Auswahl an Urgetreiden, die wir heute haben. Als Saaten gehen Sonnenblumenkerne, K├╝rbiskerne und Sesam nicht. Ein solches Brot kann ausgezeichnet sein: Man kann z. B. Dinkelk├Ârner kochen und reingeben. Oder ein Quellst├╝ck aus Schrot oder Flocken. Oder ein Kochst├╝ck, um Trockenbacken und kr├╝melige Krume zu verhindern. Und nat├╝rlich Hildegard-Kr├Ąuter, auch Honig und ├ľl sind ok.

Marla, ein solches - im Sinne von Hildegard von Bingen puristisches - Brot kann, wenn die Rezeptur stimmt und es handwerklich gut gemacht ist, ein wunderbares Brot sein, dass auch unserem heutigen Geschmack entspricht: ein saftiges Vollkornbrot aus reinem Dinkel. Es spricht ja nichts dagegen, unser heutiges Wissen und unsere Erfahrung beim Brotbacken einzusetzen!

Man kann aber auch ein Brot backen, das sich nicht so streng an historischen Vorgaben orientiert, sondern an Hildegards Ern├Ąhrungslehre und Philosophie angelehnt ist. Dann ist neben Dinkel als Hauptbestandteil auch anderes Ur- und Pseudogetreide m├Âglich, auch als Typenmehl, sowie der Einsatz von etwas Hefe und die Auswahl an Saaten ist gr├Â├čer. Was aber gar nicht geht: wie in der Backmischung von Ulmer Spatz Weizen als Hauptbestandteil. Das hat mit einem Hildegard-Brot nichts mehr zu tun. Und dass in einem Hildegard-Brot, das den Namen zu Recht tr├Ągt, Zutaten wie Enzyme, Lecithin, isoliertes Gluten nichts zu suchen haben, braucht eigentlich nicht ausdr├╝cklich erw├Ąhnt zu werden.

Marla, meiner Meinung nach sind beide Varianten m├Âglich und authentisch und w├Ąren nicht so ein ├╝bler Etikettenschwindel wie die im dem Video beworbene Backmischung. Es w├Ąren zwei ganz unterschiedliche Brote, die aber beide den Namen Hildegard-Brot zu Recht tragen w├╝rden.

Ich bin zwar mittlerweile ganz gut im Nachbacken von erprobten Rezepten und kann sie auch etwas abwandeln, aber selber Rezepte kreieren kann ich nicht. Da braucht es so einen Profi wie Dich...

LG
Monika
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BeitragVerfasst am: 11.11.2013, 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

moni-ffm hat Folgendes geschrieben:
Was aber gar nicht geht: wie in der Backmischung von Ulmer Spatz Weizen als Hauptbestandteil. Das hat mit einem Hildegard-Brot nichts mehr zu tun.

Hallo Monika,

warum keinen Weizen?
Auch dann nicht, wenn er kein Hauptbestandteil ist, sondern mittlere Gr├Â├čenordnung an Anteil im Brot hat?

Beste Gr├╝├če
Mika
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moni-fr
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BeitragVerfasst am: 11.11.2013, 11:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mika,

weil Hildegard-von-Bingen die "Dinkel-P├Ąpstin" ist und die Verwendung von Dinkel, ja heute w├╝rde man sagen: propagiert hat!

Sie als Naturwissenschaftlerin zu bezeichnen w├Ąre nicht korrekt, da es zu ihrer Zeit noch keine Naturwissenschaften im heutigen Sinne gab. Aber sie hat genau beobachtet, ihre Beobachtungen verglichen, daraus Schl├╝sse gezogen (teilweise heute noch g├╝ltig) und diese dann auch in B├╝chern ver├Âffentlicht. Sie hat sich u. a. intensiv damit besch├Ąftigt, wie sich der Verzehr von Dinkel auf den menschlichen K├Ârper auswirkt und aufgrund der positiven Ergebnisse empfohlen, diesen zu bevorzugen. Sie hat, so w├╝rde man es heute nennen, einen regelrechten Werbefeldzug f├╝r Dinkel gestartet!

Deshalb kann ein Geb├Ąck, das sich auf Hildgard von Bingen beruft und nach ihr benannt ist, meiner Meinung nach nicht zum ├╝berwiegenden Teil aus einem anderen Getreide hergestellt werden.

Um Missverst├Ąndnissen vorzubeugen: ich esse nicht nur Dinkelbrot und -geb├Ąck! Aber ich bin der Ansicht, wenn ein Brot sich mit Namen auf eine Person (Ort, Gegend, was auch immer) beruft, dann muss m├╝ssen Namen und Inhalt ├╝bereinstimmen. Unter einem Paderborner Landbrot versteht und erwartet man ja auch nicht ein reines Weizenhefebrot!

LG
Monika
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Mikado
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BeitragVerfasst am: 11.11.2013, 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

moni-ffm hat Folgendes geschrieben:
Sie hat sich u. a. intensiv damit besch├Ąftigt, wie sich der Verzehr von Dinkel auf den menschlichen K├Ârper auswirkt und aufgrund der positiven Ergebnisse empfohlen, diesen zu bevorzugen.

Hallo Monika,

bevor ich antworte, eines vorneweg: Es ist nicht meine Absicht einen sogenannten "flame war" zu entfachen, mir kommt es nur auf die Sache an sich an.

Die Frau hat in der ersten H├Ąlfte des 12. Jahrhunderts gelebt, also in den 11xx'er Jahren. Einerseits: Ihr haben deswegen zwangsweise eine ganze Menge Kenntnisse gefehlt, die wir heute haben. Andererseits: Anfangs des 12. Jahrhunderts k├Ânnen Getreide noch garnicht so gez├╝chtet gewesen sein wie heute. Also kann zum Beispiel Weizen damals nicht derma├čen "verschlimmbessert" gewesen sein wie heute. Aus dem Rummel, der um Hildegard und Dinkel gemacht wird - glaub mir bitte, ich meine das allgemein und nicht speziell auf dich bezogen, okay? - k├Ânnten manche Menschen den R├╝ckschluss ziehen, schon damals h├Ątte zum Beispiel Weizen deutliche Nachteile gegen├╝ber Dinkel gehabt. Einen solchen immensen Vorteil des Dinkel - nochmal, bei dieser Diskussion muss man sich fairerweise auf die damalige Zeit Hildegards beziehen - l├Ąsst sich bei n├╝chterner Betrachtung so nicht ableiten. Dinkel ist mit Sicherheit in bestimmten Punkten anders als Weizen, Weizen ist in weiteren Punkten anders als Dinkel, dass bedeutet aber nicht, dass insbesondere Weizen schon zu damaliger Zeit von vornherein schlechter gewesen w├Ąre als Dinkel.
Etwas das Hildegard v. Bingen haushoch ├╝berlegen ist, was viel viel ├Ąlter ist und viel h├Âhere Autorit├Ąt hat, das ist die Bibel, und die g├Âttliche Ordnung der Bibel f├╝hrt Weizen als Nahrung mehrfach auf.

Meinen letzten Absatz m├Âchte ich so beginnen wie du vorhin.
Um Missverst├Ąndnissen vorzubeugen: Ich bevorzuge weder das eine noch das andere von beiden Getreiden, sondern ich bin nur f├╝r Fairness dem Weizen gegen├╝ber.

Beste Gr├╝├če Smilie
Mika
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kupferst├Ądterin
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BeitragVerfasst am: 11.11.2013, 15:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mika,

es tut zwar gerade nichts zum Thema, aber ich bin immer wieder ├╝berrascht, mit welcher Intensit├Ąt Du Dich auf die Bibel berufst.

LG Uta
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BeitragVerfasst am: 11.11.2013, 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mika,

Hildegard von Bingen hatte zu ihren Lebzeiten nicht die Kenntnisse, die wir heute haben. Nichtsdestotrotz hat sie durch Beobachten empirische Erfahrungen sammeln und daraus Erkenntnisse ableiten k├Ânnen. Diese Erkenntnisse k├Ânnen nat├╝rlich in der Zwischenzeit ├╝berholt sein, haben aber teilweise nach wie f├╝r G├╝ltigkeit. Auch die antiken ├ärzte hatten - lange vor Hildegard - nicht unseren heutigen Wissensstand, trotzdem gelten etliche ihrer Lehrs├Ątze bis heute...

Der Dinkel hat gegen├╝ber dem Weizen einige Vorteile: h├Âherer Vitamin- und Mineralstoffgehalt, gr├Â├čerer Anteil an Aminos├Ąuren. Das war mit Sicherheit auch schon zu Hildegards Zeiten so und hat nichts mit neuen verschlimmbesserten Weizenz├╝chtungen so.

Zum Thema Bibel: ├╝ber die Bibel und ihre mehr oder minder wortgetreue Auslegung f├╝hre ich hier keine Diskussion. Nur zur Info: Im AT wird an mindestens 3 Stellen Dinkel erw├Ąhnt (Exodus, Jesajah, Ezechiel).

Ja, ich bevorzuge Dinkel: weil ich, seitdem ich Brot und Geb├Ąck selber backe und Weizen weitestgehend durch Dinkel ersetze, massive gesundheitliche Probleme in den Griff bekommen habe. Und das hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts mit Hildegard und ihren Erkenntnissen zu tun, sondern mit modernen Hochleistungs-Weizenz├╝chtungen.

Und mir ist es - flapsig ausgedr├╝ckt, ich bitte um Nachsicht f├╝r diese Wortwahl - v├Âllig wurscht, ob und warum jemand Weizen oder Dinkel bevorzugt. Was ich nicht gut finde: wenn ein Brot nach Hildegard von Bingen benannt ist und nicht aus ├╝berwiegend Dinkel besteht. Das ist in meinen Augen genauso ein Widerspruch wie das Werbevideo von Ulmer Spatz. Um das anders sehen zu k├Ânnen, dazu bin ich viel zu sehr Historikerin.

Ich f├╝r mein Teil habe alles zum Thema gesagt und kann die Diskussion beenden. Jeder backe sein Brot, wie er es m├Âchte...

LG
Monika
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Mikado
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BeitragVerfasst am: 12.11.2013, 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

moni-ffm hat Folgendes geschrieben:
Jeder backe sein Brot, wie er es m├Âchte...

Nat├╝rlich, ich habe nicht im Traum daran gedacht das zu verneinen Smilie

Zitat:
Nur zur Info: Im AT wird an mindestens 3 Stellen Dinkel erw├Ąhnt (Exodus, Jesajah, Ezechiel).

Nur der Vollst├Ąndigkeit halber:
Nicht mindestens 3 Stellen, sondern nur jene 3.

Und das nur interessehalber:
Weizen betreffend, damit haben circa 45 Stellen zu tun, davon 30 bis 32 im Alten Testament (oder Tenach) und 12 bis 14 im Neuen Testament. Warum von-bis, das spare ich mir jetzt. Nimmt man allerdings nur jeweils den betreffenden Wortstamm, dann sind es im AT/Tenach 30 Stellen mit Weizen und im NT werden 14 Stellen darauf bezogen.

Aber ich m├Âchte das nicht zerreden, deswegen h├Âre ich an der Stelle zu dem Thema auf.

Beste Gr├╝├če
Mika
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Marla21
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BeitragVerfasst am: 12.11.2013, 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

@ Monika

Zitat:
Ein "originales" Hildegard-von-Bingen Brot ist ein Vollkornbrot, Auszugsmehle gab es noch nicht. Und ein reines Sauerteigbrot. Als Getreide Dinkel, Hildegard hatte mit Sicherheit nicht die Auswahl an Urgetreiden, die wir heute haben. Als Saaten gehen Sonnenblumenkerne, K├╝rbiskerne und Sesam nicht. Ein solches Brot kann ausgezeichnet sein: Man kann z. B. Dinkelk├Ârner kochen und reingeben. Oder ein Quellst├╝ck aus Schrot oder Flocken. Oder ein Kochst├╝ck, um Trockenbacken und kr├╝melige Krume zu verhindern. Und nat├╝rlich Hildegard-Kr├Ąuter, auch Honig und ├ľl sind ok.

Marla, ein solches - im Sinne von Hildegard von Bingen puristisches - Brot kann, wenn die Rezeptur stimmt und es handwerklich gut gemacht ist, ein wunderbares Brot sein, dass auch unserem heutigen Geschmack entspricht: ein saftiges Vollkornbrot aus reinem Dinkel. Es spricht ja nichts dagegen, unser heutiges Wissen und unsere Erfahrung beim Brotbacken einzusetzen!

Reine Dinkelbroten mit Vollkorn und auch ganzen Dinkelk├Ârner sind f├╝r mich in diesem Falle nicht so interessant, davon hab ich schon einige Rezepte in meinem Archiv bzw. gibt es auch hier in der Datenbank z. B. hier:
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/viewtopic.php?p=40135#40135
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/viewtopic.php?p=96286#96286
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/viewtopic.php?p=83578#83578

Mich reizt bei diesem Brot die Mischung aus Dinkel und Urgetreide.
Einkorn, Emmer und Roggen geh├Âren zu den ├Ąltesten kultivierten Getreidearten und sollten auch Hildegard bekannt gewesen sein.
Beim Dinkel sollte es eine alte Dinkelsorte sein, die noch nicht mit Weizen eingekreuzt wurde wie z. B. Oberkulmer Rotkorn oder Frankenkorn.

Interessant zum Thema Dinkel und Entstehung ist auch diese Seite:
http://www.wissensforum-backwaren.de/files/sonderausgabe-dinkel.pdf

Die Menge an Sesam ist ja nicht so hoch in meinem Brot, k├Ânnte man gegen einen h├Âheren Anteil an SBK tauschen Winken
K├╝rbis gab es schon um 8000 vor Chr. und er kam auch schon fr├╝h nach Europa. Warum schlie├čt du aus, dass er bzw. die Kerne von Hildegard genutzt wurden?


@ Mika
Einkorn ist die urspr├╝nglichste Form des kultivierten Weizens. Wenn in der Bibel von Weizen die Rede ist, dann ist damit sicher nicht der Saatweizen (Weichweizen) gemeint, wie wir ihn heute kennen, sondern wohl eher die Ursorten des Weizens, Einkorn(Triticum monococcum) und Emmer(Triticum dicoccum) oder auch der wilde Weizen (Triticum boeoticum Boiss.)
Auch der Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta) ist eine Getreideart aus der Weizengattung.
Ob man das so ganz genau nachvollziehen kann, welches Getreide in der Bibel mit dem Wort "Weizen" ├╝bersetzt wurde?


Wiki - Weizen - Geschichte der Domestizierung und der Ausbreitung des Anbaus:
Zitat:

Der heutige Saatweizen ging aus der Kreuzung mehrerer Getreide- und Wildgrasarten hervor.......
Der heute vorwiegend angebaute Weichweizen (Triticum aestivum) ist eine j├╝ngere Z├╝chtung und genetisch relativ weit von den in historischen Quellen genannten ÔÇ×WeizenÔÇť entfernt. Der Weizen Roms war Emmer (far). Der moderne Weizen entstand durch die Aufnahme des gesamten Gensatzes des Wildgrases Aegilops tauschii Coss. (Syn. Triticum tauschii (Coss.) Schmalh., Aegilops squarrosa auct.) in den Emmer.

http://de.wikipedia.org/wiki/Weizen#Geschichte_der_Domestizierung_und_der_Ausbreitung_des_Anbaus

Dem heutigen Weizen wurden viele seine Ureigenschaften weggez├╝chtet, Menschen mit Weizenunvertr├Ąglichkeiten vertragen Urgetreide, wie Einkorn und Emmer, oft ohne Probleme.
Siehe auch Infos hier:
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/viewtopic.php?p=86408#86408
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Marla

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Zuletzt bearbeitet von Marla21 am 13.11.2013, 00:29, insgesamt einmal bearbeitet
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moni-fr
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BeitragVerfasst am: 12.11.2013, 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marla,

Hildegard hat sicher auch Emmer, Einkorn und Roggen gekannt. Roggen entwickelte sich ungef├Ąhr zu ihrer Lebenszeit zum wichtigsten Brotgetreide in dem Gebiet, was wir heute Deutschland nennen! Was ich sagen wollte: sie konnte mit Sicherheit nicht auf ein ganzes Sortiment Brotgetreide zur├╝ckgreifen und ausw├Ąhlen und nach Lust und Laune kombinieren. In ihrer Physika beschreibt sie ganz ausf├╝hrlich die positiven Eigenschaften von Dinkel, der ja im 12. Jahrhundert nicht nur als Brot verzehrt wurde, sondern auch als Brei oder Gr├╝tze, in dieser Zubereitungsform wahrscheinlich in gr├Â├čeren Mengen als verbacken. Der Dinkel war ganz eindeutig das von ihr bevorzugte Getreide.

Eine alte Sorte ohne Einkreuzung von Weizen ist auch das Schwabenkorn, die bevorzugte Sorte im S├╝dwesten Deutschlands.

K├╝rbis stammt aus (Nord)Amerika und kann erst nach Kolumbus nach Europa gekommen sein, Hildegard kann K├╝rbis und K├╝rbiskerne daher nicht gekannt haben.

Die Arch├Ąobotanik kann mittlerweile ziemlich genau sagen, welche "Weizensorten" zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten angebaut wurde. So ist der Emmer (genannt "far") eindeutig der Weizen der R├Âmerzeit, belegt durch unz├Ąhlige Ausgrabungen.

Marla, Deine Frage, welche Getreidesorte gemeint ist, wenn die Bibel von Weizen spricht, ist berechtigt. Unser moderner Weichweizen ganz sicher nicht, da es aus der Zeit der Bibel keine entsprechenden K├Ârnerfunde gibt. Aber: im Buch Exodus ist neben Gerste von zwei weiteren Getreidearten die Rede, von Weizen und Spelt. Und im Buch Ezechiel gibt es die Anweisung, aus Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse und DInkel Brot zuzubereiten. Auch wenn wir unter Weizen nicht unseren heutigen Weichweizen verstehen d├╝rfen sondern wahrscheinlich Emmer, vielleicht auch noch Einkorn, scheint daneben noch Spelt = Dinkel verbreitet gewesen zu sein. Es ist also wahrscheinlich, dass mindestens zwei Vertreter der Familie Weizen, n├Ąmlich Emmer und Dinkel, angebaut wurden.

Und was die Unvertr├Ąglichkeit von modernen Hochleistungs-Weizensorten angeht: da kann ich aus eigener Erfahrung ein Lied singen, nein: eine ganze Oper... Seitdem ich diesen Weizen meide so weit es geht und entweder Demeter-Weizen oder eben Dinkel, Einkorn, Emmer verzehre, geht es mir viel, viel besser. Und ich habe R├╝ckschl├Ąge, wenn ich z. B. im Restaurant, Hotel, bei Freunden etc. gr├Â├čere Mengen Weizenbrot bzw. -geb├Ąck esse. Leider ist es enorm schwierig, das zu vermeiden...

Ich bin schon ganz gespannt auf Deine Hildegard-Brot-Kreation... die Kr├Ąuter habe ich mir schon bestellt. Sie sind f├╝r mich ganz neu!

LG
Monika
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Anmeldungsdatum: 24.08.2008
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BeitragVerfasst am: 12.11.2013, 22:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marla und Monika,

Ihr seid echt klasse P├Ât huldigen ! Ich verfolge mit gro├čem Vergn├╝gen Eure Diskussion und lerne dabei doch so einige Dinge, ├╝ber die ich mir bisher keinen Kopp gemacht habe. F├╝r den Einstieg in die Diskussion fehlt mir im Augenblick das Hintergrundwissen bzw. die Mu├če, mir das anzueignen Traurig...Aber ich lerne gerne bei Euch Sehr gl├╝cklich!

Lieben Gru├č
Dodo
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Mikado
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BeitragVerfasst am: 13.11.2013, 08:45    Titel: Antworten mit Zitat

moni-ffm hat Folgendes geschrieben:
Und im Buch Ezechiel gibt es die Anweisung, aus Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse und DInkel Brot zuzubereiten.

Das steht in Hesekiel 4:9, allgemein Hesekielbrot genannt, und es schmeckt gut.

Beste Gr├╝├če
Mika
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Mikado
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BeitragVerfasst am: 13.11.2013, 09:21    Titel: Antworten mit Zitat

Marla21 hat Folgendes geschrieben:
Dem heutigen Weizen wurden viele seine Ureigenschaften weggez├╝chtet ...

Ja, siehe auch der dort verlinkte Artikel:
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/viewtopic.php?t=8991

Beste Gr├╝├če
Mika
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BeitragVerfasst am: 13.11.2013, 11:21    Titel: Antworten mit Zitat

Marla21 hat Folgendes geschrieben:
Wenn in der Bibel von Weizen die Rede ist, dann ist damit sicher nicht der Saatweizen (Weichweizen) gemeint, wie wir ihn heute kennen,

Ja, mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Weichweizen. Sondern eher eine der alten Ur-Sorten. Sehr wahrscheinlich eine der Sorten, die das hei├če Klima im Nahen Osten und Vorderasien gut vertragen. Welche Sorte genau, da kann man nur spekulieren.

Zitat:
Auch der Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta) ist eine Getreideart aus der Weizengattung.
Ob man das so ganz genau nachvollziehen kann, welches Getreide in der Bibel mit dem Wort "Weizen" ├╝bersetzt wurde?

In diesem Fall ÔÇ×Welches Getreide kann die Bibel meinen, wenn das Wort als Weizen ├╝bersetzt wurde?ÔÇť, da kann Dinkel ausgeschlossen werden!!

Beste Gr├╝├če
Mika
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Marla21
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BeitragVerfasst am: 14.11.2013, 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

@ Monika

danke f├╝r deine Erl├Ąuterungen. Smilie
Morgen m├Âchte ich einen neuen Versuch starten, erwarte am Samstag hohen Besuch zum Testessen.
Wie sieht es mit Leinsamen statt Sesam aus, w├╝rde der besser zur Zeit passen?
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BeitragVerfasst am: 14.11.2013, 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

du wirst doch nicht die Merkel eingeladen haben
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Marla21
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
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BeitragVerfasst am: 14.11.2013, 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Avensis hat Folgendes geschrieben:
du wirst doch nicht die Merkel eingeladen haben

Nee, mein Besuch ist m├Ąnnlich Winken
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moni-fr
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BeitragVerfasst am: 14.11.2013, 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

@ Marla:

Ja, Leinsamen ist ok! Leinsamen ist der Samen der Leinplanze, auch Flachs genannt. Flachs wurde auch zu Hildegards Zeiten in ganz Europa angebaut. Aus den Samen wurde Lein├Âl hergestellt, dieses und die Samen wurden auch im medizinischen Bereich verwendet.

Hildegard empfiehlt - beinahe euphorisch - die Verwendung von Leinsamen in der Heilkunde, sowohl ├Ąu├čerlich (Umschl├Ąge von eingeweichtem gemahlenen Leinsamen) als auch zum Einnehmen bei Magen- und Darmproblemen.

Auch wenn f├╝r uns Brotb├Ącker die Heilwirkung von Leinsamen nicht im Vordergrund steht: Hildegard w├╝rde sich ├╝ber ein Leinsamenbrot sicher freuen...

LG und erfolgreiches Backen
Monika
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Marla21
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
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BeitragVerfasst am: 04.12.2013, 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

Wegen Zeitmangel dauert des leider etwas l├Ąnger bis ich ein fertiges und stimmiges Rezept pr├Ąsentieren kann. Ich bin immer noch in der Testphase. Geschockt

@ Monika
W├╝rde gerne ein Hildgardsalz mischen und damit das Brot w├╝rzen, das Salz k├Ânnte man dann auch noch f├╝r weitere Gerichte verwenden und es w├Ąre besser dosierbar, als die einzelnen Kr├Ąuter.
Kannst du mir vielleicht sagen, ob Hildegard Fenchel, Salbei und Muskat kannte?
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Zuletzt bearbeitet von Marla21 am 04.12.2013, 18:54, insgesamt einmal bearbeitet
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moni-fr
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BeitragVerfasst am: 04.12.2013, 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marla,

Hildegard von Bingen hat Fenchel, Salbei und Muskatnuss als Arznei angewandt und dar├╝ber geschrieben, diese drei k├Ânnen also in das Gew├╝rzsalz hinein! Ich bin schon ganz gespannt...

LG
Monika
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Marla21
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
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BeitragVerfasst am: 04.12.2013, 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank Monika Sehr gl├╝cklich... dann gibt es in den n├Ąchsten Tagen schon mal das Rezept f├╝rs Hildegard-Salz Winken
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Mikrobe
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BeitragVerfasst am: 05.12.2013, 13:40    Titel: Wunderbar! Antworten mit Zitat

Mit Interesse habe ich Eure Beitr├Ąge gelesen, seit vielen Jahren besch├Ąftige ich mit den (ans Hochdeutsche angepa├čten) Lehren der H.v.B., insbesondere der Ern├Ąhrungslehre. Durch eine eigene Erkrankung war ich veranla├čt nach "gutem Brot" zu suchen. Mit einem Brot aus DVK, eigenem Sauerteig und den typischen H-Gew├╝rzen (Bertram, Galgant, Quendel, Ingwer) als Grundrezept wurde alles besser. Ich kann daher nur empfehlen die guten Hinweise, die hier schon so zahlreich genannt wurden f├╝r die Kreation eines eigenen H.v.B.-Brotes zu verwenden. Warum b├Ąckt nicht jeder von uns sein H.v.B.-Brot und stellt es hier vor (da ist dann aber wieder mein Problem mit dem Hochladen der Bilder....) Welche Programme sind hier einfacher als das von Marla aufgezeigte? Bin deswegen der Verzweiflung nahe, eine Freundin meinte, ich m├╝sse es lernen, denn meine Brote k├Ânnen sich sehen lassen (und schmecken auch) LG Anke
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Paninoteca
Absoluter Spezialist
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BeitragVerfasst am: 05.12.2013, 21:25    Titel: Re: Wunderbar! Antworten mit Zitat

Mikrobe hat Folgendes geschrieben:
(da ist dann aber wieder mein Problem mit dem Hochladen der Bilder....) Welche Programme sind hier einfacher als das von Marla aufgezeigte?


Liebe Anke, mit diesem http://www.bilder-hochladen.net/ Dienst ist es ganz einfach, das kann sogar ich Verlegen Der spricht deutsch mit Dir, versuch es einfach. Mit der "Vorschau"-Funktion kannst Du pr├╝fen, wie das Ergebnis Deiner Eingaben aussieht und es so oft ├Ąndern, bis Du zufrieden bist.
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und Friede ist nicht um des Rechtes willen,
sondern Recht ist um des Friedens willen gemacht.
Darum, wenn je eines weichen muss,
so soll das Recht dem Frieden
und nicht der Frieden dem Recht weichen.
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Marla21
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BeitragVerfasst am: 06.12.2013, 19:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Warum b├Ąckt nicht jeder von uns sein H.v.B.-Brot und stellt es hier vor

K├Ânnen wir gerne machen, hab ich nichts dagegen.



Backtest Nr. 3 - diese Mal hab ich mich f├╝r die Form entschieden, wollte bei dem relativ weichen Teig nicht wieder ein Fladenbrot backen. Winken Smilie
Diese Brot kommt meiner Vorstellung vom Hildegard-Brot schon ziemlich nah Sehr gl├╝cklich
http://img546.imageshack.us/img546/7553/loyf.jpg


Hildegard-Salz

1 geh. TL Quendel - gemahlen - alternativ Thymian
1 geh. TL Galgant - gemahlen
1 geh. TL Bertram - gemahlen
1 TL Fenchelsamen - gemahlen od. im M├Ârser zersto├čen
1 TL Salbei - getrocknet und zerkleinert
1/2 - 1 TL Muskatnuss - abgerieben
50 g Salz - fein
Kr├Ąuter u. Gew├╝rze mischen und gut mit dem Salz vermischen.

Verwendung: im Brotteig oder auf dem Butterbrot, Salat, Kr├Ąuterquark, Eintopf, Gem├╝se, Nudelgericht, Fisch.

(Quelle: Kr├Ąuter- u. Gew├╝rzsalze v. Elisabeth Engler - von mir modifiziert)
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Marla

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Zuletzt bearbeitet von Marla21 am 05.06.2019, 17:46, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Zibiba
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BeitragVerfasst am: 07.12.2013, 16:36    Titel: Antworten mit Zitat

Das sieht doch schon mal ganz sch├Ân aus, Marla! Selbst die Sonne strahlt ├╝ber diesem Backtest. Und das Salzmischungs-Rezept gibt es auch gleich zum Foto. Vielen Dank daf├╝r Smilie
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Viele Gr├╝├če
Zibiba
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Je besser das Brot, desto schlechter die "Haltbarkeit"! Winken
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Mikrobe
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BeitragVerfasst am: 08.12.2013, 13:03    Titel: Bilder hochladen und Vollwertbrotbackseminar Antworten mit Zitat

Liebe Ilona, das werde ich versuchen, es scheint wirklich machbar (auch f├╝r mich). LG u. Danke, Anke
Gestern war ich in Leipzig zu einem Vollwertbrotbackseminar.In der Ecke eines Bioladens fand es mit einfachen aber sehr funktionellen Mitteln statt. Was ich dazugelernt habe, ist das E`sener Brot. Man l├Ą├čt die K├Ârner (nat├╝rlich m├╝ssen sie keimf├Ąhig sein) ca 3 Tage keimen, dreht sie dann durch den Wof, versetzt sie mit Sauerteig, es gab keine Angaben zum Wasser (aber das mache ich nach Konsistenz, die sollte hier doch relativ weich sein), gebacken wird in einer gedeckelten Form bei n u r 170 Grd 2-2.30 h. Es gab dort eine Kostprobe aus Dinkel, es war sehr angenehm lieblich (die MO`s und das Keimen hatten hervorragend gearbeitet). Auf jeden Fall werde ich es mal probieren, vielleicht mit Hildegardgew├╝rzen... Es ist ein ur-uraltes Verfahren mit K├Ârnern umzugehen, auf alle F├Ąlle nehme ich zum Thema passend meinen FAVORITEN; DINKEL. Kennt jemand schon das E`sener Brot? Noch etwas interessantes war der Johannisroggen (Urroggen), den der Seminarverastalter in der D├╝bener Heide wieder anbaut und auch verttreibt. LG Anke

(Edit: Extrathread Essener-Brot siehe hier- Marla)
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millyvanilli
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Anmeldungsdatum: 17.09.2010
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BeitragVerfasst am: 03.01.2014, 17:02    Titel: Fundsache Antworten mit Zitat

Ein Videoclip des NDR vom 25.11.2013, wo u.a. und v.a. das Hildegard-von-Bingen-Brot von Ulmer Spatz ziemlich verrissen wird Sehr gl├╝cklich :
http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/lebensmittel/brot305.html

Nachtrag: Hier der komplette Werbefilm zum Hildegard-Brot (DWM├ť) (runterscrollen!):
http://www.ats-werbeagentur.de/index.php?article_id=287
_________________
LG, millyvanilli
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http://sin-die-weck-weg.de/


Zuletzt bearbeitet von millyvanilli am 04.01.2014, 11:50, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Lanor
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Anmeldungsdatum: 20.10.2013
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BeitragVerfasst am: 03.01.2014, 21:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wei├č, warum ich vor ein paar Monaten angefangen habe, Brot selbst zu backen... Mit den Augen rollen

Es ist unversch├Ąmt, was man von vielen "B├Ąckern" mittlerweile untergeschoben bekommt. Die Industrie f├Ąhrt die aberwitzigsten Promotion-Spots auf und schm├╝ckt sich mit Federn, die ihr gar nicht zustehen!

Auch wenn mein "Stammb├Ącker" noch mit Sauerteig backt, so sieht man in den Auslagen aber auch hier und da diese tollen Banderolen, bei denen ich skeptisch werde. Auch haben sich in den letzten 4 Jahren die Br├Âtchen kontinuierlich zum Negativen entwickelt.
Ein gro├čes Problem mit s├Ąmtlichen Broten dieser B├Ąckerei f├╝r uns war, dass wir nach dem Verzehr der unterschiedlichsten Sorten IMMER Sodbrennen und ├Âfters auch leichte Verdauungsprobleme hatten. Mit dem selbstgebackenen Broten, selbst sch├Ân sauren 70/30 Roggen/Weizen-Broten, kommt dies nicht mehr vor. Kein Sodbrennen, kein unangenehmes Aufsto├čen oder Darmverstimmungen.
Das zeigt mir, dass irgendwelche Backmittelchen in den B├Ąckereibroten stecken, die wir nicht vertragen.

Aktuell fange ich auch an, Br├Âtchen selbst zu backen. Die schmecken mindestens genauso gut wie die aus der B├Ąckerei, zumeist besser, und ich wei├č genau, welche Zutaten ich zugegeben habe.

Es ist Schade, in welche Richtung sich das alles entwickelt.

Das was ich in diesem Zug auch unversch├Ąmt finde ist, dass trotz der schwindenden Handarbeit die Preise steigen, und steigen, und steigen... Ein normales Schnittbr├Âtchen mit einem Gewicht von ca. 50g und vollgepumpt mit Luft wegen der Backtriebmittel f├╝r 0,32 ÔéČ finde ich wirklich happig (Preis einer B├Ąckereikette, die hier in der Umgebung verkauft). Da kann ich Luft auch preiswerter verzehren. Mit den Augen rollen
Wohlgemerkt ich wohne auf dem Land, im Westerwald. Dass solche Preise in Gro├čst├Ądten eher "normal" sind, ist mir klar. Aber wie gesagt, hier auf dem Land finde ich das happig, gerade in Anbetracht der gebotenen Gegenleistung. W├╝rde die Qualit├Ąt stimmen, w├╝rde mich dieser Preis nicht st├Âren. Aber die Qualit├Ąt stimmt nicht!

Und die B├Ąckermeister, welche wirklich noch ihr Handwerk betreiben werden mehr und mehr ins Abseits gedr├Ąngt, da sie hinsichtlich der Vielfalt der Industrieware nur schwer Schritt halten k├Ânnen. Traurig

Sorry, dass ich etwas vom Thema Hildegard-von-Bingen abgeschweift bin, aber das musste mal raus.

So, gleich setze ich dn Vorteig f├╝r die Br├Âtchen an, die ich morgen backen m├Âchte. Smilie

@Marla21:
Ich verfolge deine Backversuche weiter und bin schon sehr gespannt auf das finale Hildegard-Rezept. Bisher sind mir alle Brote, die ich nach deinen Rezepten gebacken habe, gelungen. Weiter so! Cool P├Ât huldigen
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Mikado
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BeitragVerfasst am: 03.01.2014, 22:22    Titel: Re: Fundsache Antworten mit Zitat

millyvanilli hat Folgendes geschrieben:
Nachtrag: Hier der komplette Werbefilm zum Hildegard-Brot (DWM├ť)

Dann m├╝sste das eigentlich unterschiedlich sein, es ist aber nichts anderes als dar├╝ber die Zeilen, beides der gleiche Link ├ťberrascht Winken

Beste Gr├╝├če
Mika
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Marla21
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BeitragVerfasst am: 03.01.2014, 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

@ Lanor

Zitat:
Das zeigt mir, dass irgendwelche Backmittelchen in den B├Ąckereibroten stecken, die wir nicht vertragen.
Das muss nicht unbedingt an Backmittelchen liegen, kann auch einfach von zu schneller Verarbeitung des Teiges kommen, wenn kein eigener ST mehr gef├╝hrt wird und Fertig- oder Trockensauer zum Einsatz kommt.

Das Rezept für das Hildegard-Brot ist in der Endphase, noch ein paar kleine Änderungen, dann sollte es passen.

Krume Backtest 6.1:
http://img194.imageshack.us/img194/6318/2ww1.jpg
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Liebe Backgr├╝├če
Marla

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Zuletzt bearbeitet von Marla21 am 06.07.2014, 23:14, insgesamt einmal bearbeitet
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